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Filmkritiken

Beim Schreiben von Filmkritiken lege ich weniger Wert auf ausführliche Beschreibungen, sondern eher auf ein kurzes, prägnantes Fazit.

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» Dame König As Spion
» Das Bessere Leben
» Das Festmahl im August
» Das geheime Fenster
» Das Konzert
» Das Hausmädchen
» Das Labyrinth der Wörter
» Das Schmuckstück
» Das Vaterspiel
» Dawn of the Dead
» Der Architekt
» Der fremde Sohn
» Der Gott des Gemetzels
» Der Herr der Ringe I (Die Gefährten)
» Der Herr der Ringe III (Die Rückkehr des Königs)
» Der Junge im gestreiften Pyjama
» Der Junge mit dem Fahrrad
» Der Knochenmann
» Der letzte schöne Herbsttag
» Der Mann der über Autos sprang
» Der Mond und andere Liebhaber
» Der Mongole
» Der Nebel
» Der Pakt der Wölfe
» Der seltsame Fall des Benjamin Button
» Der Untergang
» Der Vorleser
» Dialog mit meinem Gärtner
» Die Anonymen Romantiker
» Die Eiserne Lady
» Die Eleganz der Madame Michel
» Die Friseuse
» Die Herrschaft des Feuers
» Die Höhle der vergessenen Träume
» Die Klasse
» Die kommenden Tage
» Die Letzte Legion
» Die Liebesfälscher
» Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen
» Die Ludolfs
» Die Monster AG
» Die Nordsee von oben
» Die Queen
» Die Schachspielerin
» Die Schimmelreiter
» Die Tribute von Panem
» Die Unsichtbare
» Die Welle
» Dogville
» Dorfpunks
» Drei
» Dreiviertelmond
» Drive
» Du bist nicht allein
» Eine Insel namens Udo
» Ein Mann von Welt
» Ein (un)möglicher Härtefall
» Elizabeth - Das goldene Königreich
» Endstation der Sehnsüchte
» Fahrenheit 9/11
» Fasten auf Italienisch
» Fenster zum Sommer
» Findet Nemo
» Fishtank
» Flags of our Fathers
» Fluch der Karibik
» Fluch der Karibik IV - Fremde Gezeiten
» Food, Inc.
» Friendship
» Full Metal Village
» Ghostship
» Gigante
» Gladiator
» Glück
» Gothika
» Gran Torino

Dame König As Spion

12.03.2012

Dame König As Spion London in den frühen 70er Jahren: Die USA und die Sowjetunion rüsten nuklear auf und der Kalte Krieg ist auf seinem Höhepunkt. Die Spionageringe von West und Ost haben Hochkonjunktur und bekämpfen sich bis aufs Messer. Einer dieser Spione George Smiley, ein unauffälliger, aber hochintelligenter Veteran des britischen Geheimdienstes. Aus der Rente reaktiviert führt er ein Spezialistenteam an, das geheimes Material aus Moskau sammelt. Doch dann geraten die Männer aus dem britischen Empire selbst ins Fadenkreuz der Gegner.
Die verworrene Story verlangt dem Zuschauer einiges ab. Dazu kommen noch diverse Namen und auch die sogenannten Decknamen – da verpasst man schnell mal den Anschluss und bemerkt die Schwere der Augenlider. Das Topaufgebot der Schauspielerriege schafft es gekonnt, die triste Düsternheit dieser Zeit festzuhalten und vor allem das Minenspiel des Gary Oldman (George Smiley) sucht seines Gleichen – hier passen Sounds, Kulisse und jede noch so kleine Geste zusammen.
Das reicht allerdings nicht, um Dame König As Spion uneingeschränkt zu empfehlen. Ich würde sogar behaupten, dass 80 % aller Zuschauer hier mit einem Fragezeichen auf der Stirn den Saal verlassen.

 

Das Bessere Leben

07.05.2012

Das Bessere Leben Anne (Juliette Binoche) ist eine etablierte Journalistin der Zeitschrift "Elle". Sie schreibt an einem Artikel über junge Studentinnen, die sich ihr Studium als “Escorts” finanzieren. Neben dem Studium soll natürlich noch eine Wohnung und etwas Luxus drin sein. Offen berichten zwei Mädchen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Immer tiefer dringt sie in ein Spiel aus Sex, Geld und Erniedrigung vor.
Leider verspricht die Beschreibung etwas völlig anderes, als was man hier geboten bekommt. Total mit Sexszenen überfrachtet (war das nicht neulich bei Shame genauso?) wird die journalistische Tätigkeit von Anna in den Hintergrund gedrängt. Selbst bei den spärlichen Interviews hat man nicht den Eindruck, sie arbeite wirklich an etwas. So quälen sich die langen Minuten bis man das Ende herbeisehnt. An Juliette Binoche liegt das übrigens nicht (was für lausige Rollen bekommt diese tolle Schauspielerin angeboten?).

 

Das Festmahl im August

20.05.2009

Das Festmahl im August Einer der wichtigsten Feiertage Italiens Mitte August in der römischen Sommerhitze. Rom ist wie ausgestorben bis auf ein paar verwegene Touristen. Der weißweindurstige Gianni, der noch mit seiner alten Mutter unter einem Dach lebt kümmert sich aufopferungsvoll um sie und versinkt in Schulden. Da bietet es sich an, seinem Vermieter und später auch anderen Bekannten einen Gefallen zu tun und auch deren Mütter kurzfristig aufzunehmen... aus anfänglicher Ablehnung entwickelt sich ein ausgefülltes Miteinander, in dem die alten Damen richtig aufblühen.
Man muss schon ein großes Faible für die italienische Lebensweise haben, sonst ist man hier fehl im Kinosaal. Eine Frau, egal wie alt will in Italien schön sein und sie will vor allem das Leben und die kulinarischen Köstlichkeiten genießen. Um die geht es vor allem beim Festmahl im August.
Nur knappe 75 Minuten Spieldauer kann der stellenweise sehr unterhaltsame Streifen bieten. Wozu aber auch mehr, denn die eigentliche Geschichte ist erzählt und auch so gibt es noch den ein oder anderen Leerlauf sowie "Fülldialoge". Trotz charmanter Ansätze etwas zu wenig Kino fürs Geld.

 

Das geheime Fenster

Das geheime Fenster Nachdem der Schriftsteller Mort Rainey (Johnny Depp) seine Frau mit einem anderen erwischt, zieht er sich in ein einsam an einem See gelegenes Haus zurück. Dort frönt er dem Selbstmitleid, verbringt seine Tage mit lustlosen Schreibversuchen und ausgiebigen Nickerchen. Eines Tages taucht ein mysteriöser Unbekannter auf, der sich als John Shooter (John Turturro) vorstellt und ihn beschuldigt, seine Geschichte gestohlen und deren Ende verschandelt zu haben. Er verlangt Wiedergutmachung und zeigt kurz darauf nur allzu deutlich, wie ernst er es damit meint.
Das Szenario entsprechend einem Thriller spannend aufgebaut, immer wieder mit kleinen Rätseln und Schockelementen angereichert, wirkt trotz allem sehr träge. So wie es in der Story eigentlich um die Bedeutung des Schlusses einer Geschichte geht, so macht das Fehlen eines gelungenen Finales diesen Film an genau dieser Stelle endgültig zu einem misslungenen Streifen. Hinzu kommt, dass mir Johnny Depp auch in diesem Film seine Rolle wenig glaubhaft verkaufen konnte.
Fazit: Da sollte man sich wohl eher die Kurzgeschichte von Stephen King, die diesem Film zugrunde liegt, zu Gemüte ziehen.

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Das Hausmädchen

Das Hausmädchen Mit Koreanischen Filmen habe ich so meine Probleme und insbesondere mit dem hier. Die Dialoge (oder ist es nur die seltsame Synchronisation?) wirken künstlich, dümmlich und weitab von der Wirklichkeit. Die Geschichte ist nicht weiter spannend: gelangweilter reicher Ehemann vergnügt sich mit dem gefügigen weil abhängigen Hausmädchen. Natürlich wird diese dann schwanger.
Speziell die Sprache beim Sex will eher in einen Pornofilm passen, als in einen Streifen, der Anspruch vermitteln will. Die Szene mit dem Hausmädchen am Kronleuchter ist einfach nur lächerlich und so bleibt kulissenhafter Humbug, den man sich sparen kann.

 

Das Konzert

Das Konzert Andrei Filipov, einst großer Dirigent des weltberühmten Bolschoi-Orchesters in Moskau. Doch weil er sich in den 80ern weigerte, jüdische Musiker aus dem Orchester zu werfen, wurde ihm der Taktstock entrissen und er zum Hausmeister degradiert. Eines Tages fällt ihm ein Fax des Pariser "Théâtre du Châtelet" zu, dessen Leiter, Olivier Morne Duplessis, das Bolschoi-Orchester für einen Auftritt in dem Theater buchen will. Andrei hat die verrückte Idee, mit seiner alten Mannschaft selbst das Konzert zu spielen und anstelle des echten Bolschoi nach Paris zu fahren.
Das Konzert verblüfft zunächst mit Typen, die sich weitab von Hollywoodschönheiten bewegen und die Sympathien der Zuschauer erobern. Die Geschichte selbst ist stark an den Haaren beigezogen, was zwar bei einer Komödie zu verschmerzen ist, hier allerdings so flach wie ein Tümpel im Sommer. Die Gags, überschaubar an ihrer Zahl zünden kaum zumal man die meisten bereits im Trailer gesehen hat. Positiv zu erwähnen bleibt die Tatsache, dass man die zwei Stunden ohne Langeweile übersteht und dass das Finale wirklich fulminant, bombastisch und mitreißend überzeugen kann. In Summe leider etwas wenig um eine wirkliche Empfehlung auszusprechen.

 

Das Labyrinth der Wörter

Das Labyrinth der Wörter Ihr Name ist Margueritte, sie ist fast 95 Jahre alt und lebt in vollem Wissen um die Wörter, die sich im Laufe ihres Lebens durch Lesen in ihrem Kopf angesammelt haben. Sein Name ist Germain, er ist Analphabet und nach außen hin äußerst grobschlächtig. Die meisten seiner Bekannten bezeichnen ihn als Trottel und zeit seines Lebens wird er nur verspottet und gehänselt. Als sich die beiden begegnen, eröffnet sich für Germain auf einmal die Welt der Wörter, was ihm anfangs Schwierigkeiten bereitet, doch ihm durch Marguerittes Art mehr und mehr Selbstbewusstsein verleiht.
Gerard Depardieu spielt wie auch in Mammuth einen Mann der Unterschicht, der durch seine ruppige Art sehr authentisch wirkt. Schnell ist der Kinozuschauer auf seiner Seite und freut sich, wenn die Hänseleien gegen ihn zunehmend ins Leere laufen. Mit Gisèle Casadesus wurde zudem eine wirklich tolle Schauspielerin im hohen Alter entdeckt, die sich etwas Anmut bewahrt hat. Sehenswert und rührend zugleich!

 

Das Schmuckstück

Das Schmuckstück Mit Catherine Deneuve wurde DIE Französische Filmlegende wieder ausgegraben. Ihre Präsenz ist immer noch enorm, aber das Alter zeigt doch deutliche Spuren. Wer könnte besser dazu passen, als der omnipräsente Gerard Depardieu, der hier allerdings ziemlich verschenkt scheint. Zu klein seine Rolle und zu selten seine Einsätze. Kein Vergleich zum Labyrinth der Wörter oder gar Mammuth.
Das Schmuckstück soll den Weg einer braven Ehefrau zu einer emanzipierten, erfolgreichen Geschäftsfrau zeigen, verliert sich aber in bedeutungslosem Klamauk. Zu gekünstelt wirken die Dialoge und zu unwirklich das gesamte Setting. Gipfel der Peinlichkeiten sind die Tanz- und Gesangseinlagen. Da muss man wohl Hardcorefan des Französischen Films sein, um gefallen zu finden.

 

Das Phantom der Oper

Das Phantom der Oper Was ist das? Eine Oper bzw. ein Musical auf Kinoformat getrimmt? Mögen mich einige als Banausen verschreien, aber ich kann damit absolut nichts anfangen. Andere "Musik-Filme" haben das Thema Bühne oder Aufführung als Handlung bzw. als Teil des Films - hier ist der ganze Film die Bühne. Dialoge finden fast ausschließlich in Gesangsform statt - gesprochen wird selten, was bei einem 140 Minuten Film schon nach maximal 20 Minuten an den Nerven sägt. Die beiden neuen Opern-Eigner wirken lächerlicher als die Schurken in "Kevin - allein zu Hause". Die Gesangssynchronisation ist lausiger als bei den meisten nachvertonten Webespots (zugegebenermaßen ist es auch recht schwer Gesang "unpeinlich" zu synchronisieren).
Die Schauspieler mögen hier gute Sänger gewesen sein, doch Figuren wie das Phantom hätte Schauspieler X Y Z besser darstellen können. Ich will dem Film nicht gewisse Qualitäten absprechen, so z.B. die ohne Frage sehr gute Musik und stimmlichen Gesangsleistungen, sowie die opulenten Kulissen und Bilder. 
Dafür gibt es von mir beinahe den zweiten Punkt.

 

Das Vaterspiel

15.02.2009

Das Vaterspiel Rupert Kramer, genannt "Ratz" hasst seinen Vater und will ihn in einem selbsterfundenen Computerspiel wieder und wieder töten. Als ihn ein Anruf erreicht: Mimi, eine ehemalige Studentenfreundin. Sie will, dass Ratz nach New York kommt, um ihr bei der Renovierung des Hauses ihrer Großmutter zu helfen. Ratz zögert nicht lange, da das für ihn die Chance ist auszubrechen, vielleicht mit seinem Computerspiel Geld zu verdienen und natürlich Mimi, die er noch immer liebt nah zu sein. In New York treten beunruhigende Fragen zu Tage: Wer ist der alte Mann im Keller, was empfindet Mimis wirklich für ihn und bekommt er die Chance sein Killerspiel zu veröffentlichen? Doch das ist nicht alles - eine dunkle Geschichte aus der Nazizeit holt Ratz und Mimi ein.
Schauspielerische Glanztaten sind beim Vaterspiel leider Mangelware. Sabine Timoteo als Mimi wirkt hölzern und kühl - ohne Emotionen. Helmut Köpping als Ratz ist ebenfalls keine Offenbarung. Besser macht es da Christian Tramitz als Vater Kramer.
Seine Starken Momente erlebt das Vaterspiel aber stets, wenn in einer Rückblende Lucas von den Erlebnissen seines Vaters, der im Zweiten Weltkrieg ermordet wurde, erzählt - interessant, wie sich später die Geschichte zusammenfügt. Hier hätte das Vaterspiel ansetzen können und diesen Aspekt tiefer durchleuchten sollen. Stattdessen verliert sich der Film ein ums andere Mal in bizarren Cyberszenen, welche die Handlung nicht voranbringen.
Dagegen bleibt unklar, warum Ratz seinen Vater so hasst? Mit welcher Motivation ruft Mimi ausgerechnet Ratz nach so langer Zeit an?
Viel Stoff in einem einzigen Film - dabei kommen die einzelnen Handlungsstränge zu kurz. Wenige starke Momente helfen dem Vaterspiel nicht aus der Durchschnittlichkeit, wenngleich der Erzählstil sehr ungewöhnlich ist.

 

Dawn of the dead

Dawn of the dead Ich muss zugeben, mir ziemlich vorbelastet diesen Streifen angesehen zu haben, da ich ein großer Fan des Originals von 1978 bin. Dementsprechend groß war meine Vorfreude. Das Drehbuch hält sich größtenteils an die Urfassung, sprich die Zombies tauchen auf, das Virus verbreitet sich rasant und unaufhaltsam... eine Gruppe von "Lebenden" findet sich zusammen und verschanzt sich in einem Kaufhaus und versucht schließlich zu fliehen und zu überleben.
Im Gegensatz zum Original sind hier die Untoten sehr schnell unterwegs. Mit Blut- und Gewaltszenen wird auch hier nicht gespart, somit ist die Altersangabe der FSK mit 18 Jahren absolut berechtigt. Die Darsteller sind bestenfalls zweitklassig, was man in einigen Szenen deutlich spürt. Einige der coolen Sprüche und Typen wollen an die Urversion erinnern.
Technisch auf der Höhe der Zeit macht sich bei mir trotz aller Bemühungen eine gewisse Enttäuschung breit. Will doch bei diesem Remake weder die Grundstimmung angemessen düster rüberkommen, noch die Zombies ähnlich bedrohlich wirken. Die Story ist einfach nicht fein genug gewebt, dass dieser Gegensatz aus fürchterlichster Horror-Vision und dem Traum einmal in einem Kaufhaus eingeschlossen zu sein und sich aller Waren bedienen zu können überzeugen kann. Es wird zu wenig über die Hintergründe des Virus und die Untoten berichtet. Das Ende schreit förmlich nach einer Fortsetzung, also schnallen wir uns an und hoffen auf Teil II. Einmal mehr: Kult lässt sich eben nicht auf Abruf produzieren.

 

Der Architekt

25.02.2009

Der Architekt Der Hamburger Architekt Georg Winter (Josef Bierbichler) erfährt vom Tod seiner Mutter, zu der er schon lange keinen Kontakt mehr hat. Auf Drängen seiner Frau Eva (Hilde von Mieghem) ist er schließlich bereit, die Beerdigung zu besuchen. Das Paar macht sich gemeinsam mit den beiden erwachsenen Kindern Reh (Sandra Hüller) und Jan (Matthias Schweighöfer) auf den langen Weg in die Alpen. Im entlegenen Bergdorf seiner Kindheit muss sich Winter der Vergangenheit stellen. Er trifft die alte Freundin Hannah (Sophie Rois) wieder.
Die Testamentseröffnung hält Unerwartetes bereit und so dauert der Aufenthalt doch länger als erwartet. An diesem isolierten Ort kommt zu Tage, was der Alltag stets verdeckte: Die Familie ist eigentlich nur noch ein Scherbenhaufen.
Josef Bierbichler als Architekt erlebt gerade seinen zweiten Frühling und auch die anderen Protagonisten machen Ihre Sache mehr als gut und stehen für Autenzität. Allerdings kann der schauspielerische Glanz nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Architekt strunzlangweilig ist. Der kaum vorhandenen Story fehlt absolut der Drive und die ruhigen Szenen gehen am Zuschauer vorbei, der sich schon längst verabschiedet hat.
"Der Architekt" ist der einzige Beruf der etwas schafft, durch das man hindurchgehen kann" - das ist das Einzige, was von dem Film nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

 

Der fremde Sohn

13.01.2009

Der fremde Sohn Los Angeles im Jahre 1928. Christine Collins (Angelina Jolie) verlässt das Haus und geht zur Arbeit. Bei ihrer Rückkehr ist ihr Sohn Walter verschwunden, möglicherweise entführt. Fünf Monate später wird ein neunjähriger Junge gefunden, der behauptet Christines Sohn zu sein. Doch während die Polizei ihren Erfolg feiert, ist sich Christine sicher, dass dieser Junge nicht ihr Sohn ist. Bei der korrupten Polizei stößt Christine allerdings auf taube Ohren und wird schließlich in die Psychiatrie eingewiesen, damit sie "aus dem Weg" ist.
Donnerwetter! Dachte ich - starker Auftritt von Hollywood-Schlauchbootlippe Angelina Jolie. Glänzte sie sonst eher durch ihr Äußeres bei durchschnittlichem schauspielerischen Können, zeigt sie hier, was sie wirklich kann: Kämpfen wie eine Löwin um ihren Sohn und gegen die Polizeiwillkür. Man leidet mit ihr, man schüttelt den Kopf über das korrupte Polizeiwesen von L.A. und man ist zudem schockiert über die "Nebenhandlung": der Enttarnung eines mehrfachen Kindermörders. Sehenswertes realitätsnahes Kino, das auf einer wahren Geschichte basiert.

 

Der Gott des Gemetzels

06.01.2012

Der Gott des Gemetzels Zwei Paare: Penelope und Michael sowie Nancy und Alan, stehen sich mehr unfreiwillig als Gastgeber und Gäste gegenüber. Penelope und Michaels Sohn hat bei einer Schlägerei zwei Zähne eingeschlagen bekommen und der Sohn von Nancy und Alan war der Täter. Jetzt gilt es sich auszusprechen und über Folgen zu beratschlagen. Zunächst läuft das Treffen noch gesittet ab, bis nach und nach die Lage immer mehr eskaliert.
Wenn ein Film auf einen Ort und wenige Personen beschränkt ist, dann müssen die Schauspieler schon Besonderes leisten, soll kein Langweiler dabei raus kommen. Hier wurden deshalb Hochkaräter verpflichtet und das Ganze funktioniert wirklich, allen voran Christoph Waltz. Ein ums andere Mal wähnt man die Situation als entspannt und dann reichen wenige Worte, um Öl ins Feuer zu kippen-herrlich. Leider, aber nur ein kleines "leider" wirken einige Szenen zu sehr bemüht und gekünstelt. Sonst bleibt viel Spaß garantiert.

 

Der Herr der Ringe I (Die Gefährten)

Der Herr der Ringe I (Die Gefährten) Schon seit fast einem Jahr werden wir verrückt nach diesem Film gemacht, und dann sehen wir in 180 Minuten sogar nur den ersten von 3 Teilen. Pflichtstoff also... Die Hobbits und Gandalf kommen sympathisch rüber und sind sehr gut und glaubwürdig gespielt. Auch die ständige Bedrohung durch die dunkle Seite und den Ring verbreitet eine knisternde Spannung den ganzen Film über. Die Effekte und locations sind erste Klasse. Leider verliert das Böse etwas von seiner Schrecklichkeit, denn die Orkhorden werden reihenweise von einer Handvoll Helden niedergemacht. Trotz allem ist das Ganze extrem „unblutig"... für meinen Geschmack zu unblutig, aber da wurde wohl Rücksicht genommen auf die FSK, damit der Film ab 12 Jahren freigegeben werden kann. Die Geschichte ist stimmig und die Orte wechseln ständig. Allerdings sind manche Stationen zu arg ausgeschmückt und andere wiederum werden nahezu übersprungen. Zum Beispiel hieß es, dass man 4 Tage braucht, um die Bergfestung Minas Morgul zu durchqueren, aber nach dem einen Scharmützel sind die Helden in der nächsten Einstellung schon gleich durch den Berg. Man sieht die Helden nie irgendetwas essen, schlafen, oder sich waschen... wahre Supermänner! Wegen dieser Schwächen kann es nicht die volle Punktzahl geben. Zu einem echten Meisterwerk für die Ewigkeit fehlt ein ganzes Stück, deshalb gibt es hier von mir eine schwache 5.

 

Der Herr der Ringe III (Die Rückkehr des Königs)

Der Herr der Ringe III (Die Rückkehr des Königs) Wo der 2. Teil aufgehört hat, fängt mit der Rückkehr des Königs das Finale der Trilogie an. Auf der einen Seite die beiden Hobbits Frodo, Sam und der seltsame Gollum (dessen Schicksal uns näher gebracht wird) und auf der anderen Seite „unsere" anderen Helden, die sich auf die unweigerlich bevorstehende Schlacht um Minas Thirit vorbereiten. Man merkt, dass die Akteure mit ihrer Rolle gewachsen sind. Sie agieren nicht mehr so hölzern, wie noch im ersten Teil (Die Gefährten). Trotzdem sind die Dialoge sparsam ausgefallen, was dem Film nicht unbedingt schadet. Die Qualität des gesprochenen Wortes kann mit der Bildgewalt nicht mithalten. Es herrscht klischeehafte schwarz/weiß-Malerei. Männer sind in erster Linie ruhmreich, Frauen lieblich, wie das Gute weiß und das Böse schwarz ist. Die Vorbereitung zur großen Schlacht, sowie die Schlacht selbst nimmt einen Großteil der Geschichte ein. Auch über die Länge von 200 Minuten kann der Spannungsbogen weitestgehend gehalten werden und die ständige Bedrohung durch Saurons dunkle Mächte ist fortwährend zu spüren. Der innere Zwist von Gollum zwischen untergebener Hilfe Frodos bei seiner Mission und dem Drang den Ring selbst an sich zu nehmen muss man als sehr gelungen einstufen. Einige Dinge trüben allerdings das cineastische Vergnügen. Weshalb ist Gandalf ein Zauberer, wenn er so gut wie nie zaubert? Das eigenwillige Ende des Films, der kein Ende finden will (Der Regisseur wollte die Geschichte jedes Helden bis ganz zuende erzählen, doch bleiben trotzdem einige Fragen offen. Was wird aus Frodo und Gandalf? Wohin brechen sie auf?), sowie das schon geradezu unerträglich wirkende Happyend... dass es schon weh tut. Trotzdem noch schwache 5 Punkte, die der Streifen vor allem den monumentalen Bildern und dem filmischen Aufwand zu verdanken hat.

 

Der Junge im gestreiften Pyjama

15.06.2009

Der Junge im gestreiften Pyjama Der 8-jährige Bruno weiß nichts von der Politik seines Landes und somit auch von der Endlösung oder dem Holocaust. Ihn beschäftigt viel mehr der Umzug von seinem Zuhause in Berlin und seinen Freunden in eine öde Gegend.Das Land verlangt den Umzug von seinem Vater, denn dieser dient nunmal der Armee. Da sich dort keine Freunde finden, geht er auf Entdeckungstour und begegnet dem gleichaltrigen Schmuel, der in einem gestreiften Pyjama auf einem eingezäunten „Bauernhof“ lebt. Doch die unbarmherzige Geschichte holt auch die beiden in einem spannenden Finale ein.
Nie zuvor hat es jemand gewagt, eine fiktive Geschichte über das dunkelste Kapitel des Dritten Reichs zu erzählen. Aber die vorliegende ist so dermaßen echt, dass der Zuschauer ob der gewaltigen Schluss-Sequenz vor Beklemmung erschaudert. Dabei hätte dem Film hie und da eine etwas schnellere Erzählgeschwindigkeit gut gestanden.
Herausragend die Leistungen des Hauptdarstellers (wie er mit kindlicher Unbekümmertheit an die Schrecken der Konzentrationslager herangeht), der ebenso wie sein Jüdischer Freund von Laiendarstellern (!) verkörpert werden. Der Junge im gestreiften Pyjama beleuchtet neben dem Holocaust auch die Rolle der Frau, die sich für politische Dinge nicht zu interessieren hat. Außerdem werden Lehrmethoden aufgezeigt, die einer Gehirnwäsche gleich kommen. Ein wirklich sehenswertes Werk mit glänzenden Darstellern.

 

Der Junge mit dem Fahrrad

05.03.2012

Der Junge mit dem Fahrrad Der 11-jährige kaum zu bändigende Cyril (Thomas Doret) hat nur eine Idee im Kopf: Er möchte seinen Vater Guy (Jérémie Renier) wiederfinden, der ihn vorübergehend in einem Kinderheim untergebracht und keine Telefonnummer hinterlassen hat. Als er sogar aus dem Heim ausbricht, um den Kontakt zu seinem Vater wieder herzustellen, lernt er durch Zufall Samantha (Cécile de France) kennen, die einen Friseursalon unterhält und ihn an den Wochenenden bei sich zuhause aufnimmt. Cyril erkennt aber noch nicht, dass Samantha genau die Liebe für ihn empfindet, die er bräuchte, um seinen Zorn zu besänftigen, zeigt sich wenig dankbar und ist von seinem ursprünglichen Plan auch nicht abzubringen.
An Cecile de France liegt es nicht und auch an den anderen Schauspielern (allen voran dem Jungen) gibt es nichts zu bemängeln, dass der Junge mit dem Fahrrad zur faden Nummer verkommt. Zum Einen nervt die Synchronisation des Jungen, zum Anderen entsteht wenig Atmosphäre, daß man als Zuschauer irgendwie berührt wäre. Vielleicht ist es ja auch nur das Fehlen einer wirklichen Geschichte, dass diese Werk gewollt aber nicht gekonnt wirkt.

 

Der Knochenmann

Der Knochenmann Der Löschenkohl - eine kultige, weithin bekannte Backhendlstation in der tiefsten Österreichischen Provinz. Hier spielt sich Lebenskultur, Esskultur, Freizeitkultur und Familientradition ab. Brenner (Josef Hader), der hier eigentlich nur die Mahnung für einen nicht bezahlten Leasingvertrag abgeben will trifft auf die harsche "Gastfreundlichkeit" der hier lebenden Personen. Da diese sich merkwürdig verhalten, lässt ihm sein Trieb (er war vorher Polizist) keine Wahl, der Sache auf den Grund zu gehen und verlängert seinen Aufenthalt auf unbestimmte Zeit. Von da an geschehen auffällig viele Absonderlichkeiten - scheint, als hätte Brenner in ein Wespennest gestochen.
Ein Film voller Esprit, rabenschwarzem, trockenem Humor und kauzigen Typen, dass es nur so kracht.
Was der Knochenmann eigentlich sein will, ist nicht so klar - Komödie, Thriller, Horror oder Klamauk? Vielleicht von allem ein Stück, wobei es überwiegend ernsthaft zugeht. Zarte Gemüter werden in einigen Szenen arg strapaziert, denn im Keller des "Löschenkohl" geht es sehr appetitlich zu. Es ist wirklich schon wieder was passiert...

 

Der letzte schöne Herbsttag

Der letzte schöne Herbsttag Claire fühlt sich von Krankheiten bedroht, die es noch gar nicht gibt und Leo nimmt alles locker und leicht ohne sich viele Gedanken zu machen. Sie schreibt gerne lange SMS, er ist mundfaul und sagt nur kurz und knapp das Nötigste. Sie will ständig Sex und er findet andere Dinge stets wichtiger. Er wandert überaus gerne mit einem Freund in die Berge, woran sie so gar nichts findet. Man merkt schon, Claire und Leo sind so unterschiedlich doch trotzdem sind die beiden ein Paar. Sie streiten, versöhnen und trennen sich.
Man kann sagen was man will: Sicher, ist Claire in keiner Weise authentisch, sondern übertrieben gekünstelt und auch Leo wirkt wie ein Michael Mittermeyer auf Entzug, trotzdem bietet der letzte schöne Herbsttag beste Kinounterhaltung vom Anfang bis zum Schluss. Selbst die amüsanteste Passage, die man bereits aus dem Trailer kennt (die Begegnung mit Claire's Eltern) nutzt sich auch nach dem fünften Mal nicht ab... Herrlich!

 

Der Mann der über Autos sprang

22.06.2011

Der Mann der über Autos sprang Julian ist ein ausgebüchster Psychiatriepatient. Mit der Kraft des Gehens glaubt er, den schwer herzkranken Vater seines gestorbenen Freundes zu heilen, dazu will er zu Fuß von Berlin nach Süddeutschland gehen. Er begegnet zunächst der jungen Ärztin Ju, die sich unglücklich fühlt und ihn schließlich begleitet. In einem kleinen Touristenort folgt die nächste Begegnung: eine frustrierte Ehefrau und Mutter folgt den beiden ebenfalls. Nicht zuletzt ist der Polizist Jan auf der Suche nach dem entflohenen und ihre Wege kreuzen sich kurz vor Julians Ziel.
Den hervorragenden Schauspielern ist nicht anzulasten, dass mit der Mann der über Autos sprang nur bedingt funktioniert. Sehr träge schreitet die Geschichte voran und die Kamera fängt dabei gerne Gesten und Mimiken ein, anstatt dass sich das Tempo erhöht.
Die Motive der Hauptpersonen bleiben überwiegend unklar - ja kaum nachzuvollziehen. Vor allem aber werden dem Zuschauer ständig Zufälligkeiten zugemutet, die der Glaubwürdigkeit wenig zuträglich sind. Wenigstens erfahren wir am Ende noch, wie der seltsame Titel zustande kam.

 

Der Mond und andere Liebhaber

04.08.2008

Der Mond und andere Liebhaber Hanna (Katharina Thalbach) und ihre Freundin Dani (Fritzi Haberlandt) stehen plötzlich auf der Straße, als ihre Firma schließen muss. Fortan begleiten wir die beiden (vornehmlich Hanna) in ihrem weiteren Dasein, das geprägt ist von Höhen, Tiefen sowie einigen Schicksalsschlägen: zuerst wird Hannas Tochter überfahren, dann sind wir Zeuge einiger dubioser Jobs und schließlich will es das in Sachen Liebe noch nicht gewesen sein. Am Ende verliert die gute Hanna auch noch einen Arm, um zuletzt mit einem Trucker durchzubrennen.
An Ereignissen fehlt des dem Mond und anderer Liebhaber freilich nicht. Auch die Schauspielerleistungen von Fritzi Haberlandt, Birol Ünel, Steffen Scheumann, Andreas Schmidt und der alles überstrahlenden Katharina Thalbach sind nahezu überragend. Dazu gibt es große Gefühle und tolle passende deutsche Musik (Silly). Eigentlich ist alles angerichtet für ein grandioses Spektakel deutscher Filmkunst. Leider wirken einige Szenen total überzogen, die Schicksalsschläge in ihrer Häufung auf Dauer unglaubwürdig (…ach, jetzt verliert sie auch och ihren Arm…) und somit bleibt unterm Strich ein recht solides Machwerk, das allerdings um Einiges hinter Du bist nicht allein zurückbleibt.

 

Der Mongole

13.08.2008

Der Mongole Der Mongole beschreibt das Leben von Temudgin, und dessen Aufstieg zum Dschingis Khan. Das Volk ist zerrissen und nicht jeder hält sich an Tradition und Ehrenkodex, so wählt der junge Temudgin seine Braut aus und erlebt allerhand Abenteuer, bevor er endlich zum Khan aufsteigen und SEINE Gesetze durchsetzen kann.
Der Mongole punktet mit prächtigen Kulissen und vor allem mit einem frischen Thema. Der Russische Regisseur Sergei Bodrov versucht uns während dieser fast 130 Minuten vor allem die Mongolische Kultur näher zubringen, was in Ansätzen gelingt. Die Großkampfsequenzen wirken dafür recht lächerlich. Der Streifen kommt nur sehr gemächlich in Schwung und behält überwiegend seine ruhige Erzählform bei. Leider ermüdet das den Zuschauer zusehends. Einige Haarsträubende Sprünge und übersinnliches Blabla tragen nicht zur Stimmung bei. Möglicherweise wäre es interessant gewesen zu sehen, wie Temudgin nach seiner Gefangenschaft ein Gefolge um sich scharrt, stattdessen werden Kleinigkeiten ausgiebig breitgetreten.
Das schlimmste, was man dem Mongolen vorwerfen muss ist, dass er keine konkrete Zielgruppe anspricht: Für ein Schlachtenepos fehlen taktische Hintergründe und Finessen, Für ein Drama fehlt eindeutig Gefühl und für einen großen Historischen Film fehlt das Charisma der Hauptdarsteller, deren Getue sich auf markige Worte beschränkt… wo Erklärungen versagen, wird einfach Übersinnliches eingestreut.
Fazit: langatmig und recht enttäuschend.

 

Der Nebel

06.02.2008

Der Nebel Irgend etwas ist in dem Nebel... natürlich, sonst wäre es ja langweilig! Dichter Nebel zieht auf und hüllt eine Amerikanische Kleinstadt ein. Einige Bewohner finden Unterschlupf in einem Kaufhaus und beraten, was zu tun sei. Bis sie dahinter kommen, dass es nicht gesundheitsfördernd ist, sich in den Nebel zu begeben, wird der Zuschauer Zeuge vieler platter und dümmlicher Dialoge genau wie die abgefuckten Typen, wie sie nur einem Amerikanischen Drehbuch entspringen können, aber niemals in der Realität vorkommen. Was dem Kinobesucher dann aus dem Nebel erscheint ist der blanke Horror... für die Lachmuskeln wohlgemerkt.
Einzig der recht überraschende Schluss sorgt für etwas Licht am Ende des Tunnels - dafür gibt's den zweiten Trostpunkt - ansonsten: Finger weg!

 

Der Pakt der Wölfe

Der Pakt der Wölfe Der Film spielt im historischen Frankreich des 18. Jahrhundert. Ohne Mitwirken großer Stars ist ein zum Teil düsterer Film, der mit prächtigen Kostümen aufwarten kann entstanden. Im Vordergrund steht die ständige Angst vor einer unbekannten Bestie und der Jagd auf dieses Wesen. Nebenbei werden die Charaktere dem Zuschauer nähergebracht und die sozialen, politischen Probleme und Verwicklungen dieser Zeit erläutert. Stellenweise weist der Film einige Längen auf, um sich dann wieder in mitreißender Action zu entladen. Von den ca. 150 Minuten Film hat es die letzte halbe Stunde wirklich in sich. Die Aufklärung der Hintergründe und der Kampf mit der Bestie sind sehr nervenzerreißend. Das Düstere und Geheimnisvolle der Vorgeschichte gerät hier zwar in den Hintergrund, aber die geballte (auch blutige) Action entschädigt dafür um so mehr. Alles in allem ein über weite Strecken guter opulenter, bildgewaltiger Film, den man ruhig auf der großen Leinwand anschauen sollte.

 

Der seltsame Fall des Benjamin Button

01.02.2009

Der seltsame Fall des Benjamin Button Eine simple, wie geniale Idee: Ein Mann kommt als Greis zur Welt und wird im Laufe des Lebens immer jünger, um dann als Säugling zu sterben.
Kein Geringerer als Brad Pitt verkörpert diesen Benjamin Button, der bei seiner Geburt vor Schreck ausgesetzt wird und dann trotzdem eine Familie findet, die ihn trotz seines Aussehens „groß zieht“.
Zentrales Element ist die Liebesgeschichte zwischen Benjamin Button und Daisy (Cate Blanchett), die sich etwa im gleichen Alter zum zweiten Mal begegnen. Ihre Liebe wird allerdings von der Sorge überschattet, dass sich ihr Leben auseinander entwickelt: während sie immer mehr altert, wird er immer jugendlicher.
Sage und schreibe 13-mal ist dieser Film für den Oscar nominiert und der Zuschauer fragt sich: warum?
Ein müder Brad Pitt, bei dessen Einblendungen das einzig spannende ist, wie er wohl jetzt aussieht – schauspielerisch quasi nicht vorhanden. Einzig die Szenen im Krankenhaus mit der schwerkranken Daisy und ihrer Tochter vermitteln etwas Atmosphäre.
Dass die Amis Probleme mit Stoff, der Gefühle und Inhalte transportieren soll haben, ist hinlänglich bekannt. Wenn es mal kein Effektfeuerwerk oder Materialschlacht sein soll, dann versagt der Amerikanische Film nur zu gerne. Dass es auch anders geht, zeigte gerade kürzlich Der fremde Sohn oder Zeiten des Aufruhrs. Hiervon ist der seltsame Fall des Benjamin Button Welten entfernt.
Wenn ich dieses Werk mit den neuerlichen Enttäuschungen Alter und Schönheit oder Stilles Chaos vergleiche, muss ich die Wertung sogar noch schmäler ansetzen, da die beiden anderen Filme bei ähnlichem Langeweile-Faktor mit einer deutlich kürzeren Spielzeit „trumpfen“ können – überflüssig!

 

Der Untergang

Der Untergang Bernd Eichinger hat die creme de la creme deutscher Schauspieler versammelt (Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Corinna Harfouch, Juliane Köhler, Götz Otto, Heino Ferch...), um Hitlers letzte Tage nach dem gleichnamigen Essay des Historikers Joachim Fest und den Aufzeichnungen der Hitler-Sekretärin Traudl Junge auszuleuchten. Berlin ist von den Alliierten Mächten eingekesselt und der Gürtel um die Stadt respektive den Führerbunker zieht sich immer enger. Die Schauplätze wechseln zwischen Gefechtsständen, Lazarett und der Kommandozentrale sprich des Führerhauptquartiers hin und her, wobei die unmittelbare Nähe und Umgebung Hitlers die meiste Aufmerksamkeit zuteil wird. Hitlers Konflikte mit den Offizieren, sein Verhältnis zu Schäferhund, Eva Braun und seiner Sekretärin werden in erschreckender Detailgenauigkeit dargestellt. Dabei schafft es der Untergang dass sich der Kinogänger nicht mit den NS-Monstern identifiziert und diese glorifiziert werden, sondern die Sinnlosigkeit, die absolut realitätsfernen Fantasien und die haarsträubenden Befehle des Führers ein ums andere mal ein Kopfschütteln beim Zuschauer hervorrufen. Allen voran Bruno Ganz verkörpert den fleischgewordenen Wahnsinn des Adolf Hitler mit allen Facetten in Perfektion. Mal zeigt der Führer fast schon ein "menschliches" Gesicht und väterliche Züge im Umgang mit Kindern, seiner Sekretärin und den erfolgreichen Soldaten, weshalb ihm auch seine Getreuen bedingungslos zu Füßen liegen - im nächsten Moment wieder seine im Siegeswahn getroffenen Befehle, die keine Widerargumente zulassen.
Der Zwiespalt zwischen bedingungslosem Gehorsam und Befehlsausführung sowie dem eigenen vernünftigen Denken und Handeln zieht sich durch die Reihen der Oberen, wobei letzteres nur äußerst vorsichtig ausgesprochen werden darf.
Der größte Schauer wird spürbar, als Magda Goebbels (Corinna Harfouch) ihre sechs schlafenden Kinder vergiftet. Einem nach dem anderen drückt sie den Kiefer zusammen und zermalmt so die Zyankali-Kapseln, was noch ein Zucken zur Folge hat – und dann den Tod. Allein in dieser Sequenz spiegelt sich die ganze Absurdität von Hitlers Apokalypse wieder.
Man fühlt jede der 155 Minuten der düsteren Stimmung, der unsagbaren Beklemmung, der allgegenwärtigen Angst und eine Art Mitschuld am eigenen Körper. Nie hat mich ein Film so aus dem Alltag gerissen, so getroffen und bewegt dass es eine Zeit dauert, bis ich wieder in meinem Leben angekommen bin. Man geht danach nicht einfach so noch ein Bier trinken, man kehrt in sich und versucht das Gesehene zu verarbeiten... ein Meilenstein!

 

Der Vorleser

05.03.2009

Der Vorleser Als der 15-jährige Schüler Michael (David Kross) an einem verregneten Tag eine Krankheit ausbrütet, hilft ihm die wesentlich ältere Schaffnerin Hanna (Kate Winslet). Nach seiner Genesung entwickelt David eine Leidenschaft für sie und auch Hanna ist der Zärtlichkeiten nicht abgeneigt. Während der Zeit, die sie miteinander verbringen, liest er ihr regelmäßig vor - bis sie eines Tages spurlos verschwindet.
Viele Jahre später trifft David (nun: Ralph Fiennes) Hanna vor Gericht wieder, wo sie sich für ihre dunkle Vergangenheit verantworten muss.
Die beiden Hauptdarsteller zeigen uns viel nackte Haut und tiefe Gefühle. Dass Hanna Analphabetin ist, ahnt Michael nicht, obwohl Hanna sich stets von ihm vorlesen lässt. Auch die Szenerie im Gerichtssaal lässt den Zuschauer nicht kalt, sondern hegt die gleichen Zweifel an den Ansichten Hannas wie auch Michael. Schließlich nimmt Hanna aus Scham zuzugeben, dass sie Analphabetin ist die Hauptschuld auf sich.
Selbst kleine Nebenrollen sind mit hochkarätigen Schauspielern (Alexandra Maria Lara, Bruno Ganz, Hannah Herzsprung) besetzt, sodass einer dichten Atmosphäre nichts im Wege steht. Die Maske der in Würde alternden Kate Winslet ist eine Klasse für sich, also ein toller Film - aber warum "nur" 4 Punkte? Trotz allem, kein Film, den man sich in kurzer Zeit ein zweites Mal anschauen will.

 

Dialog mit meinem Gärtner

30.12.2007

Dialog mit meinem Gärtner Die beiden Hauptcharaktere in diesem französischen Film, der Pariser Maler und Kunstdozent (Daniel Auteuil) und ein einfacher Mann vom Lande, der Gärtner (Jean-Pierre Daroussin) bilden ein sehr ungleiches Paar. Beide sind zusammen in die Schule gegangen und begegnen sich, als der Maler einen Gärtner sucht, um sich einen Gemüsegarten anlegen zu lassen. Der eine, der typische Stadtmensch, gebildet, belesen und immer adrett gekleidet und der andere, ein einfacher Gleisbauarbeiter, der auf seine alten Tage seine Leidenschaft, das Gärtnern zur Berufung gemacht hat.
Was sich zwischen beiden entwickelt kommt sehr sympathisch rüber und lässt den Zuschauer teilhaben an diesen liebenswerten eigenwilligen Menschen. Natürlich bleibt nicht alles so idyllisch und so hat der Maler seine privaten Probleme zu lösen, während der Gärtner seiner langjährigen Knochenarbeit Tribut zollen muss.
Die Handlungsstränge sind dann auch mehr oder minder recht vorhersehbar, trotzdem bleibt ein Film zum Träumen, Schwelgen und Nachdenken, tiefgründig, sentimental, manchmal ein wenig kitschig, aber immer herzerwärmend.

 

Die Anonymen Romantiker

19.09.2011

Die Anonymen Romantiker Angélique ist passionierte Schokoladenherstellerin, aber leider gerade arbeitslos. Dazu ist sie noch gnadenlos schüchtern, dass sie vor fremden Leuten in Ohnmacht fällt und sich selbst überhaupt nichts zutraut. Jean-René ist der Chef einer Schokoladenmanufaktur und sucht eine Vertreterin für seine Firma. Er ist nach außen hin hart, aber in Wirklichkeit überspielt das auch nur seine Schüchternheit. Um ihre Selbstsicherheit wiederzufinden sind beide in psychologischer Behandlung. Wie es der Plot will, heuert Angélique bei Jean-René in der Firma an. Von da an ist nichts mehr wie vorher.
Herrlich, mit welcher Leidenschaft die beiden Hauptdarsteller in ihrer Rolle aufgehen. Ein wenig finden wir alle uns in ihren Problemen wieder, wenn auch die Charaktere etwas überzeichnet sind.
Die Gesangseinlagen hätte es nicht unbedingt gebraucht, dafür mehr von der Schokoladenherstellung, aber das sind kleine Kritikpunkte an einem überaus „schönen“ Film für Verliebte und die, die es werden wollen.

 

Die Eiserne Lady

09.04.2012

Die Eiserne Lady Die junge Margaret Thatcher wächst in gewöhnlichen Verhältnissen auf. Zu der Zeit deutet noch nichts auf ihre spätere politische Karriere hin. Margaret Thatcher wird zu einer der berühmtesten Politikerin der vergangenen Jahrzehnte. Mit Unterstützung ihres Mannes Denis schafft sie es, sich in der von Männern dominierten Politikwelt zu etablieren und macht sich durch ihre Methoden und Strenge den Namen "Die Eiserne Lady". Von vielen gefürchtet aber von ebensovielen verehrt.
Eine ohne Zweifel brillante Maryl Streep kann diese Aneinanderreihung von Ereignissen aus dem Leben der Margaret Thatcher nicht aus dem Feuer holen. Zu sehr steht die greisenhafte Frau Thatcher im Brennpunkt, sollen die ständigen Zeitsprünge aus der Lethargie reißen, was die Augenlider aber nur noch schwerer werden lässt. Der interessanteste Part, das Zusammenleben um der Umgang mit ihrem Mann kommt deutlich zu kurz. Was will uns die Eiserne Lady eigentlich mitteilen?

 

Die Eleganz der Mdame Michel

Die Eleganz der Mdame Michel Der Film basiert auf dem Erfolgsroman "die Eleganz des Igels" und handelt von einer Concierge, die allen Klischees entspricht: sie ist hässlich, unauffällig, kittelbeschürzt und weiß alles über jeden der Bewohner des noblen Fünfparteienhauses in Paris.
Doch sie hütet ein kleines Geheimnis: Sie liest anspruchsvolle Literatur, die sie in einem Nebenzimmer hütet wie ihren Augapfel. Zum Schein lässt sie bis in die Nacht den Fernseher laufen, damit die Fassade der einfachen untertänigen Concierge gewahrt bleibt. Solange bis eines Tages der stolze Japaner Herr Ozu einzieht und ihr bei deren Begegnung ein literarischer Spruch herausrutscht, den Ozu zu erwidern und zu deuten weiß.
Die übrigen Bewohner des Hauses sind überreiche Personen, die ihre Tage mit Blumengießen und anderen langweiligen Tätigkeiten totschlagen. Unter ihnen auch das blitzgescheite Mädchen Paloma, die ihre Geschichte erzählt und mit einer Kamera dokumentiert. Sie will nicht so werden und enden wie die anderen und beschließt mit eisernem Willen ihren Selbstmord an ihrem 12. Geburtstag.
Lange bleibt Paloma die eigentliche Hauptperson, wie sie oft treffend ihre Mitmenschen charakterisiert und den Zuschauer durch ihre Art fesselt. Erst später erfahren wir mehr über Madame Michel, die sich mehr und mehr öffnet, je öfter sie mit Herrn Ozu zusammentrifft. Anfangs nur eine Widerrede, später auch eine totale optische Veränderung und am Ende ist sie ein anderer Mensch mit einem selbstbewussten Auftreten. Dazwischen immer das unbarmherzige Fortschreiten der Zeit, die dem geplanten Selbstmord Palomas näher rückt. Der Kinobesucher sympathisiert schnell mit der schroffen Madame Michel, wie auch mit der aufgeweckten Paloma und dem gebildeten Japaner Ozu und fragt sich, ob und welches Ereignis wohl Paloma davon abbringen kann sich selbst zu töten?
Das alles ist mit solcher Feinfühligkeit und Sinn für kleine Details erzählt, dass Die Eleganz der Madame Michel zu den ganz großen Französischen Filmen gezählt werden muss (zusammen mit der fabelhaften Welt der Amelie oder Willkommen bei den Sch’tis). Hinreißend!

 

Die Friseuse

Die Friseuse Nachdem Kathi König, stark übergewichtig und mit Tochter im Marzahner Plattenbau wieder einmal eine Absage als Friseurin bekommt, wächst in ihr der Traum, einen eigenen Salon zu eröffnen. Das Problem ist aber vor allem das Startkapital. Von windigen Geschäften, über erniedrigende Szenen bei der Bank bis hin zum schwarz verdienten Geld versucht Kathi alles, um sich diesen Traum zu erfüllen.
Doris Dörrie schafft es dieser realitätsnahen Geschichte fast schon dokumentarisches Flair einzuhauchen. Dementsprechend fühlt und leidet man mit den Problemen der Hauptdarstellerin (Gabriela Maria Schmeide). Hier verbietet es sich oftmals, über komische Szenen lauthals zu lachen.
So viel intime Nacktheit bei einem für die Allgemeinheit unästhetischen Körper hat man zuvor höchstens in Andreas Dresens Wolke 9 gesehen. Einer der intensivsten Momente ist die Sexszene zwischen Kathi und einem der eingeschleusten Vietnamesen. Typische Rolle auch für Rolf Zacher als Kleinganove.
Am Ende schafft es Kathi wenigstens ihre Tochter für sich zu gewinnen, wenn es auch mit dem eigenen Salon nicht ganz klappen soll.
Äußerst sehenswertes über die Gesellschaft unserer Zeit, auch wenn neben der Hauptfigur die anderen Charaktere zu kurz kommen: Kathi füllt die Geschichte von der ersten bis zur letzten Minute voll aus.

 

Die Herrschaft des Feuers

Die Herrschaft des Feuers Dieser Endzeitfilm bringt uns ins Jahr 2020, doch zunächst befinden wir uns im London der Gegenwart. Die Tunnelbauer der Londoner U-Bahn stößt auf einen geheimnisvollen Raum und erwecken dadurch einen riesigen Drachen zum Leben. In einer kurzen Abhandlung wird dem Zuschauer mitgeteilt, das sich diese Drachen unheimlich schnell vermehrt haben und fast sämtliches Leben auf der Erde ausgelöscht haben. Danach finden wir uns eben in der Zukunft wieder. Die Städte sind zerstört und einige überlebende verschanzen sich in Höhlen und befestigten Gebäuden. In einem gut organisierten Befestigungswerk hält man den Drachenangriffen lange stand, aber ein wirksames Mittel, diese zu erlegen gibt es für die Bewohner nicht. Bis auf einmal eine Gruppe von "Drachentötern" aufkreuzt und die Geschehnisse kräftig durcheinanderwirbeln. Erst jetzt schöpfen alle Leute Mut und beginnen der Brut die Stirn zu bieten. In dramatischen Kampfszenen mit den technisch sehr anspruchsvoll animierten Drachen ergibt sich. Die Herrschaft des Feuers in einem Showdown in London. Die ziemlich unbekannten Schauspieler passen recht gut ins Szenario, wenn auch manche von ihnen zu "cool" rüberkommen. Ein recht ordentlicher Film, der einiges an Spannung zu bieten hat.

 

Die Höhle der vergessenen Träume

13.12.2011

Die Höhle der vergessenen Träume Voll in 3D dringen wir ins Innere der Chauvet-Höhle (Südfrankreich) ein. Diese Höhle wurde erst 1994 entdeckt. Durch die Versiegelung sind die geschätzt 30000 Jahre alten Wandmalereien tadellos erhalten und zeigen Zeichnungen von ungeahntem künstlerischen Wert. Wir erfahren Hintergründe und bewegen uns durch unberührtes Terrain. Leider tragen die zugegeben atmosphärischen Bilder nicht für die große Leinwand und für die volle Spielfilmlänge.
Der 3D Effekt ermüdet die Augen, auch wenn er die Atmosphäre noch erhöht. Außerdem sehr ermüdend: der monotone Sprecher! Wie kann man eine solche Stimme einen Film, der etwas Enthusiasmus verdient so kaputt moderieren?

 

Die Klasse

05.01.2009

Die Klasse Im 20. Pariser Bezirk, einem Multi-Kulti-Viertel, bereiten sich der junge Lehrer François (François Bégaudeau) und seine Kollegen auf das neue Schuljahr in einer Klasse mit vielen Migrantenkindern vor.
Vor allem François versucht, nicht nur Stoff nach Lehrplan, sondern auch soziale Werte, Respekt und Toleranz.
In der Klasse mit 14- bis 15-jährigen Schülern unterschiedlicher Nationalitäten prallen Meinungen und Kulturen aufeinander.
François Bégaudeau selbst schrieb auch das Buch zu seiner Studie, welche jetzt in bewegten Bildern vorliegt.
Die Klasse (übrigens allesamt mit engagierten Laiendarstellern besetzt) ist eine Mischung aus Dokumentation realitätsnahem Schulalltag, der mitunter sehr unterhaltend geschildert wird. Der Zuschauer lernt die Denkweisen der unterschiedlichen Nationalitäten kennen und ein Stück weit auch verstehen.
Leider zeigen sich auch abschnittsweise Längen und so bleibt es schwierig als Zuschauer sich die nötige Aufmerksamkeit zu bewahren.

 

Die kommenden Tage

Die kommenden Tage Total unterschiedlich sind die beiden Schwestern Laura und Cecilia. Laura sucht sich an einer Kleinbürgerlichkeit mit Mann, Kind und Haus festzuhalten, während Cecilia in den Terrorismus abdriftet und mit diversen Männerbekanntschaften ihren Sex auslebt. Es toben Kämpfe zwischen Demonstranten und Polizisten, zwischen Arm und Reich. Die Zivilisation beginnt zu bröckeln, denn Flüchtlinge aus dem Süden drängen ins reiche Nordeuropa. Um den Strom zu stoppen, wird in den Alpen eine Mauer errichtet.
Die überaus attraktive Geschichte verspricht einiges... Kann man sich dieses Szenario wirklich in nicht allzu ferner Zukunft vorstellen. Anfangs bemüht sich der Film auch brisante Politik auszudrücken. Mehr und mehr verlieren sich die kommenden Tage aber in einer zweitklassigen Liebesgeschichte. Schade, um die verschenkte Chance.

 

Die Letzte Legion

21.09.2007

Die Letzte Legion Ich liebe Historienfilme und vor allem Filme, die in der Antike spielen. Gerade nach unserem Romurlaub versprach ich mir einiges von der letzten Legion.
Absolut nicht enttäuscht wurde ich von den tollen Kulissen, den Bauwerken, den Landschaften und den Kostümen. Der Rest allerdings war ein absoluter Blödsinn von A bis Z. Aus dem "Historienepos" wurde ein X-beliebiger Abenteuerfilm mit schlechten Schauspielern in kalter Atmosphäre total vorhersehbar.
Bildgewaltig ja, inhaltlich Schwachsinn hoch 10. Mehr Worte will ich dazu nicht verschwenden - zu tief sitzt der Stachel der verschwendeten Zeit; von der Kinokarte ganz zu schweigen.

 

Die Liebesfälscher

28.10.2011

Die Liebesfälscher Eine Galeristin und ein Kunsthistoriker spazieren durch die Gassen eines Toskanischen Ortes, philosophieren über Leben und Kunst. Kennen die beiden sich wirklich erst seit wenigen Stunden, oder sind sie vielleicht schon seit 15 Jahren verheiratet?
Da ist er wieder, der mittlerweile Tod geglaubte typische französische Film, der nur aus schemenhafter Handlung besteht und ansonsten voller philosophischer Phrasen und pseudointelligentem Geschwafel dem Zuschauer alles abverlangt. Selbst eine Schauspielikone wie Juliette Binoche haucht Liebesfälscher kein Leben ein... Mausetot und begraben gibts die Minimalwertung dafür.

 

Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen

Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen In diesem Fantasy-Abenteuer, das im England des Jahres 1899 angesiedelt ist, befürchtet die königliche Regierung, dass ein größenwahnsinniger Bösewicht die Weltherrschaft an sich reißen will. Um ihn aufzuhalten wird ein elitäres Team zusammengestellt, die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen. Helden aus Historie, Literatur und Film sollen die große Aufgabe angehen. Allen voran Quartermain (Sean Connery), sowie Captain Nemo, Tom Sawyer, Dr. Jekyll, Skinner, der weibliche Vampir Mina Harker und andere, die die Pläne des bösen Phantoms vereiteln sollen. Doch dann scheint sich ein Verräter in der Liga zu befinden. Ein Actionspektakel mit viel Krach, boom, bang... sogenanntes Popcorn-Kino, ohne großen Anspruch. Die Handlung ist vorhersehbar und verläuft ohne große Spannung. So etwas wie Atmosphäre, Tiefgang und Hintergründiges sucht man vergebens. Es werden einige bekannte Zitate aus Film und Literatur verhackstückt. Man hat nie ansatzweise das Gefühl, unsere Helden seien wirklich in Gefahr und könnten mit ihrer Mission scheitern. Die Trickeffekte hat man schon anderweitig und weitaus besser gesehen. Ein Top Schauspieler wie Connery wird in seiner Rolle (?) nie gefordert. Scheinbar wollte man in diesem Streifen einfach nur einen Topstar präsentieren, neben den anderen namenlosen Mimen, denn die Rolle des Quartermain hätte jeder andere Schauspieler auch ausfüllen können. Zurück bleibt ein Gefühl, dass man seine Zeit hätte sinnvoller nützen können und schon gar nicht für einen solch unterklassigen Film den happigen Kinoeintrittspreis auf die Theke legen muss.

 

Die Ludolfs

19.04.2009

Die Ludolfs Nach einem Dasein im Nischensender DMAX kommen die kultigen Schrotthändler ins Kino. Peter, Uwe, Manfred und Günter verlieren selbst im größten Chaos nie die Nerven. Ihre Autoverwertung in Dernbach ist so kultig, wie die vier Brüder, doch das kommt auch beim Kunden an, denn stets haben die Ludolfs eine Lösung oder ein seltenes Ersatzteil parat. Dabei wundert man sich, wie Peter, „the brain“ in diesem Riesenchaos aus Schrott den Überblick behält.
Das halbdunkle Wohn- und Arbeitszimmer, mit seinen geblümten 70er Jahre Tapeten ist einfach so echt, wie es kein TV-Mensch jemals erfinden könnte. Die Welt ist stehengeblieben im beschaulichen Dernbach und vor allem in der Hinterhofschrotthandlung der Ludolfs. Eines Tages kommt den Brüdern die Idee, nach Italien in Urlaub zu fahren, wie es sich ihre verstorbenen Eltern immer gewünscht, aber nie getan haben.
Die Ludolfs sind einfach so kultig, wie man es mit Worten nicht beschreiben kann – man muss es einfach gesehen haben. Die vier herrlich-dümmlich-sympathischen Brüder veranstalten allerhand skurilles Alltagschaos. Von Schwachsinn bis zum aberwitzigen Irrsinn wird alles geboten. Leider taugt der „Spaß“ nur bedingt für die große Leinwand, denn eine wirkliche Geschichte wird nicht erzählt. So ist der Ulk einmal ganz amüsant anzuschauen, sollte dann aber wieder zurück ins Fernsehformat abtauchen – dort sind die Ludolfs besser aufgehoben.

 

Die Monster AG

Die Monster AG Wieder mal ein Film aus den Pixar-Animations Studios. Es ist schon unglaublich, was mit Computertechnik alles möglich ist. Die Story ist genial-einfach: Die Angestellten der Monster AG besuchen Kinder in ihren Zimmern, um sie zu erschrecken. Die Schreie der Kinder werden gesammelt und liefern Energie. Natürlich gibt es einige Missgeschicke und Turbulenzen, die sich in einem schönen Happy-end auflösen. Der Film ist gut gemacht und die Figuren sehr sympathisch. Allerdings versprüht der Film nicht den Charme eines Shrek. Ich würde ihn knapp unterhalb von Antz und Das große Krabbeln anordnen.

 

Die Nordsee von oben

30.08.2011

Die Nordsee von oben Ursprünglich im Arte Nachtprogramm gesendet kreierten Silke Schranz und Christian Wüstenberg daraus einen wunderschönen und auch informativen Film, der den Weg ins Kino geschafft hat.
Mit dem Hubschrauber startet die Reise von Emden über Hamburg bis nach Sylt. Aber es werden nicht einfach nur Luftaufnahmen gezeigt, nein - es wird auch an besonderen Stellen inne gehalten und sogar bestimmte Einwohner, einzigartige Berufe näher erläutert. Auch wenn die Farben am Computer aufgehübscht wurden: wer hier nicht sofort Lust auf Urlaub im Norden verspürt, der trägt kein Gefühl in sich.

 

Die Queen

Die Queen Der Tod Dianas ist Ausgangspunkt einer seltsam anmutenden Staatskrise in England. Während sich die Queen mitsamt der königlichen Familie auf ihren Landsitz zurückzieht, nutzt Tony Blair die Sympathien des Volkes für die Prinzessin der Herzen und sichert sich damit einen politischen Vorteil.
Zwei Staatsoberhäupter, zwei Welten die Gegensätze könnten kaum größer sein und werden auch ansatzweise in ganz wunderbar leisen Tönen porträtiert. Doch in dieser Dreiecksbeziehung zwischen der Queen, Tony Blair und dem englischen Volk dominiert in meinen Augen nur eines: Die eigentliche Macht haben die Medien. Ob im Königshaus oder beim Frühstück der Familie Blair überall läuft der Fernseher und werden die Schlagzeilen der Tageszeitungen analysiert. Was für eine Ironie angesichts der mit Dianas Unfalltod in Zusammenhang gebrachten Hetzjagd der Paparazzi. Andere Aussagen in diesem künstlich-leidenschaftslosen Streifen blieben mir verschlossen.
Fazit: In meinen Augen ein vollkommen überflüssiger Film, auch wenn Helen Mirren für ihre Darstellung der Queen den Oscar erhalten hat.

_apricum

 

Die Schachspielerin

Die Schachspielerin Helene (Sandrine Bonnaire) verdient ihr Geld als Zimmermädchen im Hotel und als Putzfrau beim kauzigen Dr. Kröger (Kevin Kline) und hat sich mit ihrem Leben abgefunden. Ihre Liebe brennt zwar nicht und der Verdienst ihres Mannes reicht gerade mal aus, um über die Runden zu kommen. Alles ändert sich, als sie beim Bettenmachen im Hotel ein Pärchen auf dem Balkon beobachtet, das beim Schachspielen Zärtlichkeiten austauscht. Helene kehrt in sich und denkt über den Sinn ihres Lebens nach. Sie beschließt, das Königsspiel zu lernen. Nachts übt sie allein am Schachcomputer. Und einmal die Woche lehrt ihr Dr. Kröger die Feinheiten. Klar, dass dabei ihre Familie und ihre Pflichten zu kurz kommen.
Beeindruckend, mit welcher Mimik und Gedankenverloren Sandrine Bonnaire die Helene verkörpert. Der Zuschauer kann fömlich nachvollziehen, was in ihr vorgeht. Wer hat nicht schonmal darüber nachgedacht auszubrechen, oder etwas eigenes für sich alleine zu finden, das sein Leben erfüllt und wobei er aufgehen kann. Wenngleich die ruhige Geschichte zumeist vorhersehbar daher kommt, wird sie in tollen emotionalen Bildern eingefangen.

 

Die Schimmelreiter

05.06.2009

Die Schimmelreiter In der kargen Schönheit Dithmarschens sind unsere beiden ungleiche Helden unterwegs, deren Wege sich auf schicksalhafte Art gekreuzt haben. Fuchs (Peter Jordan), verdient seine Brötchen als Lebensmittelkontrolleur im hiesigen Landkreis. Er stellt Sauberkeit und Ordnung sicher und verströmt dabei seinen eigenen rustikalen Charme und Esprit. Während der zynische und ständig pleite Tilmann (Axel Prahl) dringend das Land verlassen will und in der zwangsweisen Inspektionstour eine aussichtsreiche Gelegenheit findet, seine Kasse aufzubessern und dabei auch noch seinem Ungeist freie Zügel zu lassen.
In einem ebenso öden Landstrich wie jüngst die Dorfpunks ihr musikalisches Unwesen trieben, begleiten wir jetzt die beiden ungleichen Fuchs und Tilmann auf ihren Touren durch ein unwirkliches Land. Was Dorfpunks allerdings fehlte wird hier deutlich: brillante Charaktere, die den Zuschauer fesseln und mitreißen. Wobei sich Fuchs (vor allem durch seine Rolle) eher ins Gehirn des Publikums einzubrennen vermag. Einige Handlungsstränge und Verhaltensmuster lassen sich zwar nicht immer nachvollziehen, aber dafür wird man hier trotz mäßiger Story prächtig unterhalten – man kann ja nicht alles haben...

 

Die Tribute von Panem

09.04.2012

Die Tribute von Panem Die 17 jährige Katniss meldet sich freiwillig, als eigentlich ihre jüngere Schwester ausgelost wird bei den „Hungerspielen“ zusammen mit Peeta ihren Distrikt zu vertreten.
Alle zwölf Distrikte müssen jeweils einen Jungen und ein Mädchen stellen, um in einer Arena zu kämpfen, bis nur noch eine Person überlebt - alles für eine TV-Übertragung. Katniss lernt schnell und schafft es, sich in der Arena gut zu behaupten. Als sich zwischen ihr und Peeta eine zarte Liebe anbahnt, scheint es keinen Weg zu geben für beide die Arena lebend zu verlassen.
Mit großem Trara angekündigt wird er nun in den Kinosälen ausgestrahlt: Die Tribute von Panem. Die Geschichte führt sehr intensiv in die Charaktere ein wobei auffällt, dass hier die meisten Figuren so überzeichnet sind, dass man sich auch in künftigen Sequels gleich damit identifizieren kann. Die Vorbereitung auf die Spiele verbreitet eine tolle Spannung und der Zuschauer fiebert dem Beginn manisch entgegen, auch wenn man bei solchen Produktionen keinen wirklich überraschenden Ausgang erwarten darf. Die “Hungerspiele” sind eine schöne Inszenierung, die einerseits an Gladiatorenkämpfe erinnern und andererseits nicht weit von Deutschen Shows im Privatfernsehen á la “Dschungelcamp” entfernt sind. Schade, dass man nicht mehr über die politische Welt der Zeit erfährt - so wirkt die zu bunte Welt wie leicht sterile Fiktion. Die Blutszenen wurden geschickt entschärft, dass von der kinoliebenden Familie auch niemand zurück bleiben muss. Alles in allem solides Popcornkino mit Lust auf mehr - gegen Ende jedoch mit deutlichem Spannungsabfall.

 

Die Unsichtbare

26.01.2012

Die Unsichtbare Der jungen Schauspielschülerin Fine fehlt es vor allem an nötiger Ausstrahlung, sie fühlt sich unsichtbar, weil sie durch ihre Art nicht wahrgenommen wird. Aus sich heraus kann Fine nur, wenn sie ihre behinderte Schwester mit Gesang, Tanz und Spiel beruhigen kann.
Allerdings entdeckt ein Regisseur beim Vorsprechen ihr verborgenes Talent und setzt sie in der Hauptrolle der Camille ein: ein Männerverschlingender Vamp. Um sich mit der Rolle besser identifizieren zu können, setzt sie nachts eine Perücke auf und zieht durch die Stadt, auf der Suche nach sexuellen Abenteuern.
Tja – Die Unsichtbare leidet offensichtlich gewaltig unter dem Druck der Zweitgeborenen. Zu ähnlich sind die Grundhandlungsmuster zum Erfolgsfilm Black Swan. Während in Black Swan allerdings die innere Zerrissenheit ganz stark dargestellt wurde, bleiben bei der Unsichtbaren vor allem die Szenen der Fine mit ihrer behinderten Schwester im Gedächtnis. Der Rest will nicht so recht zünden und den Vamp nimmt man Fine schon gleich gar nicht ab - durchwachsene Vorstellung.

 

Die Welle

18.03.2008

Die Welle Der Gymnasiallehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) startet während einer Projektwoche zum Thema „Staatsformen“ einen Versuch, um den Schülern die Entstehung einer Diktatur greifbar zu machen. Anfangs kann sich noch kein Schüler so recht vorstellen, dass das im heutigen aufgeklärten Deutschland möglich sein soll, aber schon bald sind die Schüler Feuer und Flamme, entwickeln eigene Ideen und steigern sich auch außerhalb der Schulzeit immer mehr in die Idee, die den Namen "Die Welle" erhält hinein. Das Zusammengehörigkeitsgefühl, das gegenseitige Helfen, die gemeinsamen Unternehmungen lassen das Projekt zum Lebensinhalt für die meisten Schüler werden. Als sich die Projektwoche dem Ende neigt, merkt Rainer Wenger, dass ihm einiges aus dem Ruder geraten ist. Am Ende merkt nur seine Frau (Christiane Paul), wie sehr er sich während dieser Woche verändert hat.
Die Welle verdeutlicht eindrucksvoll und realitätsnah, wie leicht labile Jugendliche zu beeinflussen sind, vor allem solche, die keinen sinnvollen Hobbys und Beschäftigungen nachgehen. Sicher ist der Film an der ein oder anderen Stelle etwas überzeichnet, oder manche Dialoge wirken leicht hölzern, aber vor allem Jürgen Vogel verkörpert den "coolen" Gymnasiallehrer in Perfektion.
Fazit: Ein sehenswertes Filmerlebnis, das zum Nachdenken anregt und sich noch lange in den Köpfen der Zuschauer einbrennen wird.

 

Dogville

Dogville Amerika 1930. Das beschauliche Bergdorf Dogville liegt am Ende einer Straße in den Bergen der Rocky Mountains. Dorthin verirrt sich Grace (Nicole Kidman) auf der Flucht vor den Gangstern und man gewährt ihr Asyl. Als Dank bietet sie den Dorfbewohnern ihre Hilfe an... was alsbald aufs niederträchtigste von jedem Einzelnen ausgenutzt wird.
Vergebung, Mitleid, Versöhnung... nein! Lediglich das Gebell des Hundes Moses bleibt einem am Ende des Films als Trost, angesichts so großer Unmenschlichkeiten. Eine riesige Halle, Kreidestriche auf schwarzem Fußboden, die die Umrisse der Häuser markieren, dazu ein paar Straßennamen, vereinzelte Requisiten, Tag und Nacht sind durch weißen bzw. schwarzen Hintergrund gekennzeichnet - eine Geschichte in neun Kapiteln + Prolog, ein Drei-Stunden-Experiment: Ist das noch Film oder schon Theater? Lässt sich das ertragen?
Nach wenigen Minuten ist man von der Stimme des Erzählers gefangen genommen, unaufhaltsam von Grace´Schicksal in den Bann gezogen, vergisst das spartanische Bühnenbild und erliegt dem Fokus auf die Psyche der Figuren. Eine erschreckende Fabel über die Moral des Menschen - eine wunderbare Symbiose von Film und Theater, auf die man sich einfach vorbehaltlos einlassen sollte. Dabei hatte ich fast schon geglaubt, dass es keine neuen filmischen Mittel mehr geben könnte.
Fazit: Wenn im Abspann Bilder der amerikanische Depression gezeigt werden, unterlegt mit David Bowies "This is not America" muss man geradezu gegen den inneren Drang, aufzuspringen und Beifall zu klatschen (wie im Theater!), ankämpfen.

_apricum

 

Dorfpunks

15.05.2009

Dorfpunks Vier Jugendliche gründen irgendwo in der nördlichen Provinz aus Langeweile eine Punk-Band. Doch was zuerst als Antriebsmotor funktioniert, versiegt recht schnell nach den ersten Unstimmigkeiten.
Was schnell und kurz erzählt ist, beschreibt eigentlich schon nahezu die komplette Handlung. Hauptdarsteller Malte (Cecil von Renner) kommt uns sehr geleckt und glattgebügelt daher. Dagegen wirken seine Mitstreiter wie die übelsten Gesellen.
Der brillante Axel Prahl in der Nebenrolle des Kneipenwirts verleiht Dorfpunks ein wenig Format, wenngleich seine Rolle dieses skurrilen Typen auch etwas angestrengt scheint. So erschöpft sich die Handlung zumeist aus Rumhängen und Biertrinken und zurück bleibt ein höchst laues Filmchen.

 

Drei

Drei Ein modernes, großstädtisches Hetero-Paar verliebt sich unabhängig voneinander in denselben Mann. Zufall? Einerlei - die beiden oder besser gesagt alle drei erleben einen neuen Kick im Sexleben.
Eine ungewöhnliche Dreiecksgeschichte wird uns hier von Herrn Tykwer serviert. Trotz aller Intensität wirken die Begegnungen wenig glaubhaft. Dass sich im großen Berlin ganz zufällig diese 3 Menschen so intim begegnen scheint für die Geschichte bemüht.
Natürlich stimmt die Atmosphäre und die tollen Schauspieler halten die handwerklich gut gemachte Story am Leben. Weiterer Negativpunkt: zu dick aufgetragen werden die kulturellen Interessen und intellektuellen Hintergründe der Protagonisten breitgetreten. Allerdings muss ich zugeben, dass man neben den Kritikpunkten sehr gut unterhalten wird, deshalb - nein, nicht drei, sondern 4 Sterne.

 

Drive

20.02.2012

Drive Ryan Gosling spielt in Drive einen Stuntman, der auf Autostunts spezialisiert ist und deshalb einfach “The Driver” genannt wird. Seine Fähigkeiten als Fahrer sind auch der Grund, dass er gerne als Fluchtwagenfahrer gebucht wird. Er ist dabei Vollprofi ohne zwischenmenschliche Bindungen. Nur seinen Mechaniker und Auftragbeschaffer würde er als Freund bezeichnen. Dieser stellt Driver eine Karriere als Nascar-Profi in Aussicht. Dann allerdings begegnet er seiner neuen Nachbarin Irene und so etwas wie Liebe kommt in ihm hoch. Ihr zu liebe will er ihrem Mann bei einem Überfall helfen, durch dessen Erlös er sich von Schutzgelderpressern freikaufen will.
Was ist Ryan Gosling für ne coole Type in diesem Film... Kommt jetzt der Zahnstocher wieder?
Anders, als gerade in The Ides of March, aber nicht minder taff. Sehr getragen geht Drive das Actiongenre an, allerdings wirken so die Einstellungen und vor allem die klasse Sounds intensiv und mitreißend. Im letzten Drittel wird dann Gewalt zum Exzess getrieben. Vor allem sehr hart, da man so etwas kaum erwarten konnte. Leider tritt der eigentliche Job als Fahrer etwas in den Hintergrund, und über viele der platten Dialoge hüllt man am besten den Mantel des Schweigens, aber so ein genialer Hauptdarsteller und die wahnsinnskameraführung gepaart mit markerschütternden Sounds packen auch den zartbesaiteten an der Gurgel.

 

Dreiviertelmond

19.12.2011

Dreiviertelmond Als seine Frau sich nach 30 Ehejahren scheiden lässt, sitzt der Schock bei Hartmut Machowiak tief. Plötzlich muss der überkorrekte, meist schlechtgelaunte Taxifahrer, der nichts mehr hasst als Veränderungen, alleine klar kommen und sein Leben neu sortieren. Als eines Tages die sechsjährige Hayat, die kein Wort Deutsch spricht, in seinem Taxi zurück gelassen auftaucht und nicht mehr von seiner Seite weicht, nimmt Hartmut die kleine notgedrungen bei sich auf und hilft ihr bei der Suche nach ihrer Mutter.
> Es ist schon was dran, wenn gesagt wird, Elmar Wepper wäre einer der meist unterschätzten Schauspieler. Erst spät hat er sich vom leichten TV-Film emnzipiert und begeisterte bereits bei Kirschblüten Hanami. Dreiviertelmond ist Elmar Wepper wieder absolut auf den Leib geschrieben, wenngleich die Geschichte vorhersehbar scheint und Anleihen an oben genanntes Werk enthält. Zusammen mit der kleinen Hayat, die im Sturm die Herzen der Zuschauer erobert, gelingt eine höchst rührende Tragikomödie, die man gesehen haben sollte.

 

Du bist nicht allein

17.09.2007

Du bist nicht allein Hans Moll (Axel Prahl, bekannt als Münsteraner Kommissar Thiel spielt eine Hauptrolle), als arbeitsloser Maler gerät er an seine neue Nachbarin, eine Russin und kann sich bei ihrem Einzug nützlich machen. Das vertreibt die Langeweile. Seinen Sohn vernachlässigt er jedoch weiterhin. Die Ehefrau findet durch einen zweifelhaften Job einen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit. Dabei kommen sich Moll und die russische Nachbarin Stück für Stück näher. Ehekräche sind an der Tagesordnung und am Ende... nein - so viel will ich jetzt nicht verraten. Du bist nicht allein beschreibt ein Stück Berliner Plattenbautendasein, mit seinen typischen Problemen (Arbeits-, Perspektivlosigkeit, Alkohol...), der gespickt ist von Situationskomik der Figuren. Sehr gut finden wir alle uns in diesem Film wieder, der uns vom ersten Moment einen Spiegel vorhält und dabei trotzdem ungeheuer Spaß macht. Eigentlich kein Film fürs Kinoformat, aber trotzdem 5 knackige Punkte.

 

Eine Insel namens Udo

14.07.2011

Eine Insel namens Udo Udo ist Kaufhausdetektiv, eigentlich unsichtbar und lässt kaum ein Fettnäpfchen aus. Da Udo aber unsichtbar (bzw. Schwersichtbar) ist, kann er als Detektiv große Erfolge aufweisen. Als er der Hotelmanagerin Jasmin begegnet, die ihn als einzige Person sehen kann, gerät Udos Leben kräftig durcheinander..
Kurt Krömer agiert hier entgegen anderer Auftritte wenig schrill, fast schon dezent - liegt vielleicht an der Rolle. Der Gegenpart, Fritzi Haberland, höchst sympathisch und natürlich macht Freude auf der Leinwand. Eine Insel Namens Udo ist (zum Glück) weniger hirnloser Klamauk, als man zunächst annehmen konnte, köchelt aber Höhepunktarm etwas auf humoresker Sparflamme. Die Highlights kennt man vom Trailer, also bleibt ein "ganz nett" stehen.

 

Ein Mann von Welt

Ein Mann von Welt Ulrik saß 12 Jahre wegen Mordes an seiner Frau im Gefängnis. Nach seiner Entlassung wird ihm ein kleines Kellerzimmer zur Miete angeboten. Ulrik redet nicht viel und alle seine alten Feunde finden, er hätte eine zweite Chance verdient. Sie sprechen über alte Zeiten und über eine offene Rechnung, die Ulrik noch mit Kenny hat, der Schuld war, dass Ulrik in den Knast musste. Also muss Kenny sterben.
Der Norwegische Film im speziellen und der Nordische Film allgemein steht für skurrile Ideen und verschrobenen Typen. So auch bei Der Mann von Welt. Wir sehen in den Figuren durchschnittliche, ja sogar hässliche Personen, die beim Zuschauer trotz ihres groben Handelns Sympathie hervorrufen.
Abstriche gibt es für die nachlassende Ideendichte zum Ende hin und dafür, dass man die witzigsten Momente bereits aus dem Trailer kennt.

 

Ein (un)möglicher Härtefall

Ein (un)möglicher Härtefall Da knisterts und krachts: Smarter, erfolgreicher Scheidungsanwalt (George Clooney), der mit Witz und Geschick den Männern zu ihrem zweifelhaften Recht verhilft, gerät in die Fänge einer resoluten und attraktiven Frau (Catherine Zeta-Jones), die reihenweise die Männer ausnimmt, bis sie eben an ihn gerät. In dieser Liebeskomödie lodert es heftig zwischen den beiden.
Typisch amerikanische Komödie, die allerdings stocksteif und glattgebügelt daherkommt und jeglichen Charme und Witz vermissen lässt. Im Stile einer Seifenoper plätschern die Geschehnisse vorhersehbar dahin und selbst das Finale birgt keine Überraschungen. Die beiden Stars in den Hauptrollen scheinen lediglich aus marketingtechnischen Gründen für diesen Streifen angeworben worden zu sein. Jeder Nachwuchsschauspieler hätte diese Rollen sicher ebenso ausfüllen können.

 

Elizabeth - Das goldene Königreich

03.01.2008

Elizabeth - Das goldene Königreich Die kinderlos gebliebene Englische Königin Elisabeth (Kate Blanchet) regiert scheinbar gefühllos und unnahbar ihr Reich. Beim Versuch sie zu vermählen werden ihr einige Edelleute vorgestellt, die allesamt nicht ihrem Format entsprechen. Einzig dem draufgängerischen Abenteurer Sir Walter Raleigh (Clive Owen) gelingt es ihr Interesse zu wecken. Zum einen durch die Geschichten seiner Entdeckungsfahrten und zum anderen durch seine "freche" Art. Elizabeth wünscht sich eigentlich nichts sehnlicher als um ihrer selbst Willen geliebt zu werden und nicht "nur" weil sie die Königin ist. Derweil spinnt Maria Stuart Intrigen um sich dem Thron zu bemächtigen und auch die Spanische Armada macht sich auf in England einzufallen.
Kate Blanchet verkörpert die Figur der Elisabeth perfekt. Durch ihr markantes (recht hässliches) Äußeres strahlt sie die richtige Erhabenheit einer Königin aus.
Auch Raleigh, der mehr und mehr ihr Vertrauen gewinnt ist glaubhaft gespielt. Was gewaltig stört sind die lausigen (See-) Schlachtszenen, die einen ansonsten ernsthaften Film ins Lächerliche ziehen. Hier fragt man sich nach Fluch der Karibik - mäßigem Unrealismus (Releigh agiert mit einer Jack Sparrow - Unbesiegbarkeit), was sich der Regisseur dabei gedacht hat. Sicher, die Schlacht sollte nicht Mittelpunkt des Films sein, sondern vor allem der Charakter der Königin aber ein wenig mehr Realismus hätte die Sache abgerundet.

 

Endstaton der Sehnsüchte

Endstaton der Sehnsüchte Sung-Hyung Cho präsentiert uns nach Full Metal Village einen weiteren Dokumentarfilm. In ihrer Heimat Südkorea gibt es das sogenannte „Deutsche Dorf“, in dem sich Südkoreanerinnen mit ihren Deutschen Ehemännern ansiedeln, nachdem sie 30 und mehr Jahre in Deutschland als Krankenpfleger gearbeitet haben.
Das Dorf besteht aus sehr deutsch aussehenden Häusern, akkurat geschnittenen Hecken und Blumenbeeten, Holzzäunen und was sonst noch das deutsche Hausbesitzerherz begehrt.
In ihrer sehr eigenen typischen Art merkt der Zuschauer sofort die Handschrift von Sung-Hyung Cho, denn sie lässt ihre „Darsteller“ vor der Kamera einfach reden und agieren. So bleibt die ganze Autenzität bestehen und die unfreiwillige Komik der Rentner mit ihren urdeutschen Tugenden und Macken kommen ungefiltert zur Geltung.
Ein Film, der sich schwer, mit anderen Filmen vergleichen lässt - zu eigen ist die Geschichte, die leider nicht durchweg unterhalten kann und einige Atempausen gönnt, ganz wie das Alter selbst.

 

Fahrenheit 9/11

Fahrenheit 9/11 Bush, Rumsfeld, Cheney, Ashcroft - die Hauptakteure vor der Kamera beim Schminken, Kämmen, Grimassieren... die Minuten bevor sie eine Rede halten: "Ready for the Show!" Dann verdunkelt sich die Leinwand, nur das Dröhnen eines Flugzeugs, Schreie und Feuerwehrsirenen sind zu hören. Moore erspart uns die schon überstrapazierten Schreckensbilder des 11.September. Es folgt eine Mischung aus Fakten, Interviews und Kollagen, die bei der zweifelhaften Präsidentschaftswahl 2000 beginnt. Gezeigt wird, wie der US-Regierung unter George W.Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 daran gelegen war, den Irak in den Fokus zu rücken, obwohl die eigentliche Gefahr von Afghanistan ausging. Beleuchtet werden zudem ansatzweise die geschäftlichen Verbindungen zwischen den Klans der Familien Bush und Bin Laden.
Der Film lebt nicht von großen Thesen, sondern von einzelnen konkreten Eindrücken: Wut, Empörung, Kritik, Eindringlichkeit, Witz, Sarkasmus, Schock. Man kann wohl kaum von einer Dokumentation im klassischen Sinne sprechen, da die Argumentation nicht einer gewissen Portion links-patriotischer Manipulation entbehrt. Wenn Soldaten im Kampfeinsatz gezeigt werden und diese Szenen mit deren Lieblingslied "Burn motherfuckers, burn" unterlegt werden, wenn Bush auf dem Flugzeugträger steht und mit überzeugter Miene den Sieg erklärt und dazu der Song "Believe it or not" läuft, dann wirken solche streckenweise wie Videoclips gedrehten Bilder sehr suggestiv. Selbst wenn Moore beteuert, dass er lediglich die Fakten seines Films als „wahr" klassifiziert, aber nicht die Schlüsse die er daraus zieht.
Der Titel ist im Übrigen eine Anspielung auf François Truffauts Sciencefiction-Film Fahrenheit 451 (1966) nach Ray Bradbury. 451 Grad Fahrenheit ist die Temperatur, bei der Papier zu brennen beginnt. Und wenn Bush (währende eines Interviews mit Michael Moore im Verlauf von Bushs Wahlkampf vor vier Jahren) zu ihm sagt: "Suchen Sie sich einen richtigen Job." - dann kann ich nur sagen: Moore hat seine Profession gefunden.
Fazit: Trotz allem ein Film den man sich ansehen sollte, ein persönliches, wenngleich loderndes Bekenntnis gegen die Bush-Politik und gegen den Krieg und allein dafür hat der Streifen die Goldene Palme in Cannes 2004 mehr als verdient.

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Fasten auf Italienisch

Fasten auf Italienisch Hier wird die Geschichte des Italieners Dino Fabrizzi erzählt. Er ist der Beste Maserativerkäufer von Nizza. Allerdings ist stützt sich sein Leben auf Täuschung und Lügen. Sein wirklicher Name ist Ben Saoud… das alles nur, um bessere Chancen auf einen Job und die Wohnung zu erhalten. Zudem weiß seine richtige Familie nichts von seinem Doppelleben und auch vor seiner jetzigen Freundin kann er seine wahre Herkunft verschleiern. Mit der Zeit aber nimmt der Druck zu und die Gefahr, dass sein falsches Spiel auffliegt wird immer größer. Seinem kranken Vater zuliebe beschließt Ben Saoud den Ramadan zu feiern, was natürlich in mehr und mehr Widersprüchlichkeiten endet.
Kad Merad, der mit "Willkommen bei den Schtis'" auch in Deutschland seinen Durchbruch hatte, kann hier nur selten ein zu Lachern anstiften. Das liegt überwiegend an der zuweilen großen Ernsthaftigkeit der Geschichte. Spätestens mit Auffliegen seiner Lügen verliert "fasten auf Italienisch" seinen Esprit und dümpelt hinten heraus auf Sparflamme.

 

Fenster zum Sommer

01.01.2012

Fenster zum Sommer Urlaub in Finnland? Das ist bei einem frisch verliebtem Paar angesagt... bis eines Abends die Frau an seiner Schulter einschläft und erst im kalten Winter-Berlin wieder aufwacht. Ein Zeitsprung hat Juliane in die Vergangenheit katapultiert und zwar genau ein halbes Jahr. Ihr Ex-Freund weiß somit noch nichts von der Trennung, der neue Mann (er)kennt sie nicht, und ihre beste Freundin weiß nicht wovon sie redet. Sie versucht mit aller Macht, alles so zu machen wie vorher, um diese neue Liebe wieder zu treffen, bis ihre Freundin einen schweren Autounfall erleidet.
Nina Hoss in fast jeder Einstellung! Das kann schnell ermüdend wirken. Lange verwirrt den Kinogänger die Geschichte, bis sie schließlich von der Spannung um den Unfalltod von Julianes Freundin lebt. Das strengt auf Dauer ziemlich an und trotz aller optischen Reize, bleiben die Szenen mit Fritzi Haberland mehr in Erinnerung. Kein Vergleich zu Lola Rennt!

 

Findet Nemo

Findet Nemo Aus den Pixar-Studios, die auch für Hits wie Toy Story, Das große Krabbeln und Die Monster AG zuständig waren, folgt nun mit Findet Nemo alles andere als ein kleiner Fisch. Der überängstliche Clownfisch Marlin kann es nicht fassen: sein einziger Sohn Nemo wurde vor seinen Augen von einem Taucher „entführt". Sofort macht sich Papa auf die Suche nach dem Sprössling Dabei schwimmt ihm die furchtbar vergessliche Fischdame Dorie über den Weg, die ihm fortan nicht mehr von der Flosse weicht. Während Nemo im Aquarium einer Zahnarztpraxis in Sydney mit einigen Leidensgenossen Freundschaft schließt, müssen Marlin und Dorie im Ozean gefährliche Abenteuer bestehen.
Dieses Bildgewaltige und liebevoll animierte Unterwasserabenteuer wartet mit brillantem Wortwitz (für den vor allem die Synchronsprecher wie z.B. Anke Engelke, Christian Tramitz, Erkan und Stefan... sorgen). Es strotzt nur so von spektakulären Bildern, aberwitzigen Ideen und sympathischen Charakteren. Selbst das vorhersehbare Happy-end und einige wenig überraschende Sequenzen schwächen diesen Streifen nicht, da über all dem stets diese so niedlich animierten Meeresbewohner, die einen mit ihren großen Kulleraugen anschauen und verzaubern stehen. Toller Film und großer Kinospaß, garantiert nicht nur für Kinder.

 

Fishtank

Fishtank Mia ist 15 Jahre alt und absolut ruhe- und rastlos. Sie scheint ständig in Eile, bei ihrer Flucht auf dem Haushalt ihrer Problemfamilie. Plattenbausiedlung, Arbeitslosigkeit, alleinerziehende Mutter und schwierige kleine Schwester. Sie legt sich mit jedem in ihrem Umfeld an und gibt sich in ständiger Abwehrhaltung, bis der neue Freund ihrer Mutter ihr Vertrauen gewinnt.
Das erste Filmdrittel bietet außer Fäkalsprache im Arbeitslosenmilieu wenig. So etwas wie eine Geschichte entsteht erst dann langsam, als Mia für sich den Tanz entdeckt und als der neue Freund ihrer Mutter sie zu nehmen weiß und ihr Vertrauen gewinnt. Trotz des intensiven Schauspiels von Mia-Darstellerin Katie Jarvis hat Fishtank (was ist das überhaupt für ein stupider nichtssagender Titel?) wenig zu sagen, nur die eigentlich schon erwartete Pointe, dass der vermeintliche Freund von Mia's Mutter zu Hause eine kleine Familie hat und ihr der Stolz beim Vortanzen im Weg ist. Britische Plattenbausiedlung, Bronx oder Hohenschönhausen... Erschreckender Alltag ja, aber für einen bleibenden Eindruck zu wenig

 

Flags of our Fathers

Flags of our Fathers Clint Eastwood beschreibt in diesem (Anti-)Kriegsfilm eine Schlacht gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zwischen Amerikanern und Japanern um die Insel Iwo Jima. Aber nicht die eigentliche Schlacht steht im Mittelpunkt des Geschehens, sondern deren "Helden", die nach Eroberung eines Hügels die Amerikanische Flagge gehisst haben. Dieses Bild geht durchs ganze Land und macht dem Volk Mut in einer trostlosen Zeit. Die Marines, die die Fahne gehisst haben werden abkommandiert und tingeln fortan durch die Staaten um zum Kauf der Kriegsanleihe zu animieren und sich als Helden feiern zu lassen, doch als Helden fühlen sie sich in keinster Weise.
Ein sehr feinfühliger Film um die Machenschaften der Regierung um seinem Volk den Krieg gut zu verkaufen, dazwischen immer wieder erschreckende Bilder vom Kriegsschauplatz. Leider bleiben die Japaner "nur" der gesichtslose Feind, aber dieses Bild wird dann der Folgestreifen Letters from Iwo Jima, der die gleiche Schlacht aus Sicht der Japaner erzählt revidieren.

 

Fluch der Karibik

Fluch der Karibik Der durchtriebene Captain Barbossa bringt ein fremdes Schiff, die Black Pearl, in seine Gewalt, überfällt damit die Hafenstadt Port Royal und entführt die bildschöne Tochter des Gouverneurs, Elizabeth. Das kann der abenteuerlustige Will Turner, Elizabeths Freund und Vertrauter, nicht auf sich ruhen lassen. Gemeinsam mit dem verwegenen Captain Sparrow (Johnny Depp), dem früheren Kapitän der Black Pearl, macht er sich auf die Jagd nach der mörderischen Bande um Barbossa. Man muss schon mit der richtigen Einstellung diesen Film besuchen. Wer einen wirklichen Gruselschocker erwartet, wird enttäuscht sein. Zu allgegenwärtig ist der Humor, der sich wohl am besten mit Streifen wie Armee der Finsternis, die Mumie oder Indiana Jones vergleichen lassen. Johnny Depp agiert hier wie unter ständigem Drogen- und Alkoholeinfluss und irgendwie tuntig. Allerdings lassen die ansehnliche Kulisse, und die Mischung aus Horror, Action und Comedy hier den längst vergessenen Piratenfilm wieder aufleben. Für meinen Geschmack hätte ein wenig mehr Ernsthaftigkeit und weniger Klamauk dem Streifen eine höhere Wertung gebracht, aber ein gewisses Maß an Spaß und Unterhaltung kann Fluch der Karibik auch so vermitteln.

 

Fluch der Karibik IV - Fremde Gezeiten

Fluch der Karibik IV - Fremde Gezeiten Was macht ein Produktionsteam, wenn es Geld braucht? Richtig - ein Sequel zu einem erfolgreichen Film. Im Falle von Fluch der Karibik nicht nur ein Film, sondern eine gewaltige Merchandisemaschinerie.
Dementsprechend knapp lässt sich die "Geschichte" zusammenfassen: Die Suche nach der Quelle der Jugend führt unsere Protagonisten an diverse Schauplätze.
Die beiden Co - Hauptdarsteller Orlando Bloom und Keira Knightley wurden ausgetauscht, wobei Penelope Cruz kein wirklicher Ersatz ist (spricht die wirklich so lausig gebrochen Englisch?). Fluch der Karibik, das ist eine Johnny Depp/Jack Sparrow one-man-show. Da erscheint die Story so was von nebensächlich. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich den Streifen OmU anschauen, denn solch eine abgefahrene Figur lässt sich nicht wirklich treffend synchronisieren.
Hier ist der Spaß einfach riesig, wenn die Figur auf der Leinwand auftaucht... Alles Andere ist vernachlässigbar.
5 Sterne für Johnny Depp, Minus 2 Sterne für den Plot macht:

 

Food, Inc.

Food, Inc. In zum Teil erschreckenden Bildern zeigen Produzent und Regisseur Robert Kenner, Eric Schlosser (Drehbuchautor von Fast Food Nation) und Michael Pollan in Food Inc. die Abgründe der Nahrungsmittelindustrie, die dem Verbraucher vorenthalten und verheimlicht werden.
Fleisch für jedermann zu billigsten Preisen, Eier und Gemüse das ganze Jahr über in rauen Mengen. Solange das für den Konsumenten zu günstigsten Preisen zu haben ist, wird nichts hinterfragt. Wo kommen unsere Lebensmittel wirklich her?
Auf der anderen Seite treten neue Krankheiten zu Tage und die grenzenlose Umweltverschmutzung geht damit einher.
Food, Inc. zeigt schonungslos, was sich zumeist hinter verschlossenen Türen abspielt. Die Zustände, die in den USA herrschen sind zwar noch ein Stück von Europa entfernt, stimmen aber trotzdem nach- und bedenklich.
Dem Filmteam gelingt der Spagat zwischen Ekel und Unterhaltung und zeigt Ansätze zur Problemlösung auf. Eine Dokumentation von großem Wert, die man sich zusammen mit Let's make money annsehen sollte. In so einer Welt leben wir?
Ein würdiger Film, der uns während der Berlinale im beeindruckenden Friedrichstadtpalast serviert wurde.

 

Friendship

Friendship Zwei Ossis (Tom und Veit), die in der DDR-Zeit häufig angeeckt sind, beschließen in den Westen zu reisen, aber nicht irgendwohin, sondern an den "Westlichsten Punkt der Welt" - nach San Francisco. Leider reichen die Westmark nur bis New York und mit der Sprache ist es nicht weit her, aber das stört die beiden Freunde wenig. Mit Trampen und Geldverdienen kommen sie ihrem Ziel immer näher, begegnen abstrusen Typen, bei denen sie teilweise Hilfe erhalten. Es stellt sich heraus, dass Veit eigentlich vor allem seinen Vater treffen will, der vor Jahren in den Westen geflüchtet ist und ihm an jedem Geburtstag eine Karte schickt. Die Begegnung mit der hübschen Zoe stellt die Freundschaft auf eine harte Probe.
Was Matthias Schweighöfer als Tom (zur Zeit auf allen Kanälen präsent) und Friedrich Mücke als Veit abliefern ist schon aller Ehren wert. Einfach hinreißend komisch, albern aber immer sympathisch verbreitet Friendship gute Laune. Da der nötige Ernst nicht zu kurz kommt, hebt sich der Film wohltuend von anderen Klamaukfilmchen ab. Auch wenn nicht alles schlüssig und politisch korrekt abläuft, so lohnt sich das Zuschauen dieses Roadmovies mit all den schönen und weniger schönen Seiten des freien "American way of life"...
nicht verpassen!

 

Full Metal Village

17.05.2007

Full Metal Village Mit dem Titel konnte ich so gar nichts anfangen, brachte aber in Erfahrung, dass der Film eine Art Dokumentation des Wacken Open Air's ist.
Sehr beschaulich geht es in dem 1800 Seelendorf Wacken in Norddeutschland zu. Die Landwirtschaft nimmt einen Großteil der Arbeit ein und ansonsten beschäftig sich der Durchschnittswackener mit Kaffeekränzchen, Seniorentänzchen und Zockerrunden in der hiesigen Kneipe. Das gefühlte Durchschnittsalter der Einwohner liegt bei weit über 60 Jahren. Die Zivilisation hat weitestgehend einen großen Bogen um Wacken gemacht.
Doch einmal im Jahr für 4 Tage fallen dunkle Horden von nationalen und internationalen Metalanhängern in diese Idylle ein und sorgen für ein total konträres Bild.
Wir erfahren hier den Unterschied zwischen Kalb, Kuh, Bulle und Jungtier, was eine gute Milch ausmacht und wie groß eine Maisstaude werden kann. Außerdem werden die Anfänge des Wacken Open-Air's zurück ins Gedächtnis geholt.
Die Südkoreanische Regisseurin, die ab und an sogar selbst im Bild ist stellt interessiert Fragen und entlockt den Einwohnern allerhand interessantes aus ihrem Alltag. Sehr oft begleitet von einem trockenen ungewollten Humor.
Zuschauer, die mehr zu dem Festival erfahren wollen, müssen sich sehr lange gedulden, bis der erste Truck mit Dixi-Klos anrollt. Am Ende erleben wir dann die Symbiose zwischen traditionsbewusstem Kleinbürgertum und abgefahrenen Metalorgien. Die liebenswert schrulligen Wackener sind von der Regisseurin treffend in Szene gesetzt und so bleibt ein wahrhaft filmisches Ereignis weitab vom Mainstream zurück, über das man noch lange spricht. Einfach nur kultig!

 

Ghostship

Ghostship Dieser Horrorschocker führt uns zunächst zurück in die 60er Jahre, als auf einem Superluxusschiff die Passagiere in einer abartigen Blutszene dahingerafft werden. Allein diese Szene ist schon das Eintrittsgeld wert. Danach machen wir einen Sprung in die Gegenwart, in der es ein Bergungsteam auf das Herrenlos herumtreibende Schiff verschlägt. Auf dem Schiff angekommen spielen sich immer häufiger werdende mysteriöse Dinge ab. Schließlich macht die Mannschaft einen riesige Goldfund, der ihnen auch zum Verhängnis werden soll. So gewaltig, wie der Film anfängt, so schwach setzt sich die Geschichte fort und kann leider nicht mehr an die Szene zu Anfang anknüpfen. Man könnte hier sagen: Pulver zu früh verschossen. Trotzdem - kein schlechter Film mit der Freude auf die DVD, die erlaubt die "schönsten" Szenen noch einmal in Zeitlupe zu genießen...

 

Gigante

Gigante Der bullige Jara ist ein Bär von einem Mann. Als Wachmann in einem Supermarkt in Montevideo überwacht er die Angestellten an seinen Kameras. Daneben jobbt er noch als Rausschmeißer in einer Disco. Privat hört er laute Heavy Metal Musik und schaut fern. Es passiert nicht wirklich viel Spannendes in seinem Leben, bis ihm die zierliche Julia auffällt, die ebenfalls im gleichen Supermarkt als Putzfrau arbeitet. Trotz seiner körperlichen Gestalt ist Jara aber sehr schüchtern und beobachtet Julia zunächst nur heimlich. Im Hintergrund hilft er ihr aus mancher Not, ohne sich selbst Preis zu geben.
Bis jetzt konnte man hierzulande erst sehr wenige Filme sehen, die in Uruguay spielen. Das Großstadtleben unterscheidet sich in Teilen nicht wirklich von dem anderer Städte. Trotzdem finden wir hier eine originelle, ungewöhnliche Geschichte, die so authentisch und ehrlich daher kommt, wie man es sich nur vorstellen kann - wie oft himmelt ein optisch eher hässlicher Mann eine scheinbar unerreichbare Frau an, bis zum sehr herzerweichenden Finale... Überaus sehenswert.

 

Gladiator

Gladiator Nach vielen Jahren mal wieder ein Sandalenfilm... und was für einer! Fast 3 Stunden ein Feuerwerk der Bildkunst. Ein Film, der den neuen Maßstab für dieses Genre definiert. Schon der Anfang lässt Kriegerherzen höher schlagen... die Massenszene lässt keine Wünsche offen. Danach spielt sich der Film eher im Milieu der Gladiatoren ab und eben im Umfeld des Römischen Imperators. Unglaublich, wie damals Intrigen, Meucheleien und Heucheleien an der Tagesordnung waren. Die vermeintlichen Helden der Gladiatorentruppe wachsen dem Zuschauer ans Herz und gipfeln in einem Showdown der Extraklasse, als sich Der "Gladiator" Maximus und der Imperator persönlich in der Arena gegenüber stehen.
Ein großes Meisterwerk, für das es nur die Maximalpunktzahl geben kann.

 

Glück

19.03.2012

Glück Die Prostituierte und Kriegsflüchtige Irina (Alba Rohrwacher) und obdachloser Punk Kalle (Vinzenz Kiefer) begegnen sich und verlieben sich ineinander. Sie versuchen ihr altes Leben hinter sich zu lassen und zusammen ein normales Leben zu führen. Als Kalle eines Tages einen toten Freier in ihrer Wohnung vorfindet und diesen aus Schutz vor Irina beseitigen will, eskalieren die Ereignisse.
> Hmm - ist es die Erwartungshaltung, mit der man sich Glück ansieht, oder ist der Film wirklich so mäßig? Auf den ersten Blick scheint alles stimmig, harmonisch und mit einer interessanten Geschichte gespickt zu sein, aber Kalle nimmt man den heruntergekommenen Punk zu keiner Sekunde ab und außerdem strotzt der Film nur so von Logikfehlern (wie bitteschön bekommt jemand ohne Pass so schnell eine Wohnung?).
Wenn das beim Kinogänger schon nicht zieht, dann muss das Brotmesser samt abgetrennter Gliedmaßen herhalten - das sorgt im Saal zumindestfür ein Aufseufzen, so man bis dahin noch wach geblieben ist.
Schade Frau Dörrie, aber das war nix Besonderes.

 

Gothika

Gothika Dr. Miranda Grey (Halle Berry) arbeitet als Kriminalpsychologin in einem Frauengefängnis. Sie betreut die geistesgestörten Frauen und ist überzeugt, dass es für jede dieser Störungen eine rationale Erklärung gibt.
Eines Tages erwacht sie als Patientin in ihrer eigenen Anstalt und wird beschuldigt, ihren Mann, Dr. Douglas Grey, Chef dieser Klinik, bestialisch ermordet zu haben. Alle Indizien sprechen gegen sie, aber Miranda kann sich an nichts erinnern. Unter den wachsamen Augen des behandelnden Arztes Pete Graham begibt sie sich auf die verzweifelte Suche nach der Wahrheit. Doch für Miranda wird es zusehends schwieriger zu unterscheiden, ob sie sich immer weiter von ihrem gesunden Geisteszustand entfernt oder der Wahrheit ein Stück näher kommt.
Der Film lebt von der gekonnten Umsetzung einer geheimnisvoll-düsteren Atmosphäre und kann damit die kleinen Schwächen der übersinnlichen Geschichte ausgleichen. Auf fesselnde Art und Weise erzeugt hier die Stille eine unerträgliche Spannung, steigert sich bis hin zu dem Moment, in der die Wahrheit ans Licht kommt und man einem Herzinfarkt nahe, die Augen schließen will. In der Realität wieder angekommen, macht sich am Ende des Films ein grausames Gefühl der Beklemmung breit.
Fazit: Kein Film für sensible Gemüter und jene, die alles ausschließlich rational erklären wollen.

_apricum

 

Gran Torino

17.03.2009

Gran Torino Vietnam-Veteran Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist ein alter Knochen, der stur an seinen Vorurteilen festhält. Als in seine Nachbarschaft koreanische Einwanderer ziehen, bestätigen sich zunächst alle Befürchtungen, zumal die Bandenkriminalität stetig zunimmt. Doch als deren Kinder in Gefahr geraten, schreitet Kowalski resolut ein. Von da an ist er für die Koreaner ein Held, aber auch im Fadenkreuz der Bande.
Auch im stolzen Alter von 78 Jahren inszeniert Clint Eastwood einen Hochkaräter nach dem nächsten. In Gran Torino steht er auch wieder selbst vor der Kamera. Wie er in der ersten Filmhälfte mit grimmigem Gesicht und bissigen Kommentaren durch sein Revier zieht, hat durch seine Überzeichnung stellenweise komödieske Züge.
Phantastisch gespielt und immens interessant werden Migrationsprobleme dargestellt - zwar sehr "amerikanisch", aber mit viel Leidenschaft. Vom Stoff her hat Gran Torino eigentlich nicht so wahnsinnig viel zu erzählen, aber die Geschichte steht und fällt bekanntermaßen mit den Charakteren und die zeichnet Eastwood messerscharf und ohne Schnörkel.
Muss man gesehen haben!

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